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Leichlingen
St. Johannes-Baptist: Sommer-Chormusik aus der gehobenen Liga

Leichlingen. Ein Sommerkonzert kann nicht nur angenehm und vergnüglich, sondern auch durchaus nahrhaft sein. Der Crescendo-Chor fügte dem bunten Konzertprogramm am Sonntag in der Pfarrkirche St. Johannes-Baptist nämlich ein Kochrezept für "Chili con Carne" bei. In allen möglichen rhythmischen Varianten hackten die Stimmen die Zutaten durch und hämmerten den Zuhörern das Wichtigste ein: "Don't forget the mexican spices!" Von Monika Klein

Harmonisch war das klingende Gericht allemal recht würzig - von wegen Eintopf! Und die jungen, sauberen Stimmen dürften hart geprobt haben, bis alles so präzise lief, dass es die Zuhörer einfach leicht und vergnüglich erleben konnten. Jedenfalls enthält der knifflige Satz genauso schwer verdauliche Zutaten wie das Originalgericht.

Aber das traf eigentlich auf das gesamte Programm des Sommerkonzertes zu, das sich aus dem Gospel- und Unterhaltungs-Musikbereich speiste. Anspruchsvolle Arrangements wurden unter der Leitung von Pia Gensler und ihrem Assistenten Maximilian Franke genauso solide und präzise erarbeitet wie sie es mit klassischen Sätzen tun.

Einer wurde übrigens als Zugabe nachgereicht. Da gab es nämlich Bach als Dessert, und zwar eine vokale Version (ohne Text) eines bekannten Satzes aus der Orchestersuite, zu der Angela Rösgen pizzicato die Solostimme auf dem Cello zupfte. Da waren dann wieder alle Beteiligten dabei - nämlich Crescendo Chor und Junger Kammerchor. Gemeinsam hatten sie auch zu Beginn singend die Kirche betreten mit dem frischen Mottolied "Come, let us sing". Gospels in reizvollen Arrangements gab es später noch mehr, wobei man hier tunlichst die Bekanntesten mied. Einige Männerstimmen könnte die Balance des Kammerchores durchaus noch vertragen, denn die starken Höhen überwiegen, insbesondere wenn noch die jungen Damen des Crescendo Chores dazukommen. Aber es ist immer wieder eine Freude, die klaren, leichten und intonationssicheren Stimmen zu hören, die von langer und solider Schule zeugen. In welcher Liga die Chormusik an St. Johannes Baptist spielt, demonstrierten nicht zuletzt die drei makellosen Solistinnen (Nuala Buckley, Eva Hovestadt und Anine Kappenstein) - allesamt aus den eigenen Reihen.

Begeistert hat der runde und homogene Sound, der selbst bei soften Pop-Balladen den ganzen Raum erfüllt und niemals in Gefahr gerät, in gehauchte Belanglosigkeit abzurutschen. Außerdem nutzten die Chöre alles, was reizvolle Vokalmusik ausmacht: präzise Rhythmik, emotionaler Ausdruck, facettenreiche dynamische Gestaltung und zündende Effekte wie Bewegung, Fingerschnipsen, Klatschen oder Pfeifen.

Neben A-cappella-Sätzen gab es Stücke mit Instrumentalbegleitung des Saxofonisten Ryndy Reer, Cachon-Percussion von Richy Denis und den Chorleitern am E-Piano.

Quelle: RP
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