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Leichlingen
Vandalismus: Stadt schärft ihr Hausrecht

Leichlingen: Vandalismus: Stadt schärft ihr Hausrecht
Zerschnittene Tornetze sind nur ein Problempunkt. Die nachgeschärfte Satzung soll viele weitere gleich mit abdecken und der Stadt mehr Handlungsspielraum verschaffen. FOTO: Miserius (Archiv)
Leichlingen. Als der Stadtsportverbandsvorsitzende Karlheinz Dick 2011 am Witzheldener Scharweg "die schönste Sportanlage im Fußballkreis Solingen" mit nagelneuem Kunstrasen, Tartanbahn und Beachvolleyballfeld einweihte, mahnte er alle Sportler und Gäste, pfleglich mit den Plätzen umzugehen. Von Peter Clement

Keine zwölf Monate später stellte sich heraus: So mancher schien damals nicht zugehört zu haben, denn es häuften sich dort massiv die Vandalismusschäden. "Viele Vereine beneiden uns um unsere Anlage", sagte Armin Schäfer, Vorsitzender des VfL Witzhelden damals. "Und dann gehen Leute hin und machen alles kaputt. Es ist nicht zu verstehen".

Zerschnittene Fußballtornetze, auf die Tartanbahn gekippte Trainerbänke, Glasscherben im Beachvolleyballfeld, herausgerissene Elektrokabel bis hin zu irreparabel schiefgetretenen Torpfosten - die Liste der Verstöße ist lang. Höhepunkt: Von einem Abwasserkanal wurde der Gullideckel entfernt, um auf dem innenliegenden Laubfang zu grillen - Aschereste und ein offene Kanal zeugten damals als Überreste von der Aktion.

Witzhelden ist kein Einzelfall. Auch in Leichlingen selbst gibt es immer wieder Schäden durch Vandalismus an Freiluft-Sportstätten. Bei all dem hatte die Stadt bislang immer noch ein zusätzliches Problem, wie Bürgermeister Frank Steffes (SPD) gestern auf Anfrage bekanntgab: "Um richtig durchgreifen zu können, reicht unser Hausrecht oft nicht aus, weil es nicht klar genug schriftlich fixiert worden ist." Das soll nun anders werden: Für die nächste Sitzung des Bildungs- und Sportausschusses soll die Nutzungsordnung für Freisportanlagen der Stadt Leichlingen entsprechend nachgebessert werden.

Weniger Vandalismus, sondern eher die Notdurft hat Andreas Heusner dazu bewogen, ebenfalls einen Antrag bei der Stadt einzureichen.

Der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins Leichlingen bemängelt, die vom VVV gestifteten Boule-Bahnen würden bei Festen und Märkten im alten Stadtpark regelmäßig als Standort für Toiletten und Pissoirs eingesetzt. Dies schade zum einen den Belägen, die wir erst kürzlich instandgesetzt haben" und werde zudem als sehr unhygienisch empfunden.

"Ich beantrage daher, dass die Verwaltung einen Lösungsvorschlag für derartige Situationen erarbeitet, dem Rat zur Beratung vorgelegt, und dies anschließend umgehend in die entsprechenden Satzungen Arbeitsanweisungen und Verträge einarbeitet."

Aus dem Rathaus war gestern zu hören, dies werde selbstverständlich umgesetzt. Den aufwendigen Antragsweg hätte es aber gar nicht gebraucht: Ein Anruf hätte auch gereicht.

Quelle: RP
 
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