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Leichlingen
Weltersbachtal: 6000 Quadratmeter kahl

Weltersbachtal in Leichlingen: 6000 Quadratmeter kahl
Fichten und Tannen - etwa 200 Stück an der Zahl - wurden jetzt in einer regelrechten Kahlschlag-Aktion gefällt. Mit dem Einsatz eines so genannten "Vollernters" dauerte das nicht lange. FOTO: uwe miserius
Leichlingen. In einer besonderen Rodungsaktion hat der Förster 200 Nadelbäume geschlagen. Jetzt sollen Eichen gepflanzt werden. Von Peter Korn

Der Wind hatte schon einige Schäden in dem rund 6000 Quadratmeter großen Gelände im Bereich Stöcken in den vergangenen Monaten verursacht. Für Revierförster Karl Zimmermann stand deshalb die Frage an, ob es überhaupt noch Sinn macht, das Waldgebiet im Weltersbachtal in seiner bisherigen Form aufrechtzuerhalten. Also machte sich der Experte gemeinsam mit der Besitzerin des Geländes sowie der biologischen Station Rhein-Berg auf die Suche nach einer Lösung.

Ergebnis: Die Fichten und Tannen - etwa 200 Stück an der Zahl - wurden jetzt in einer regelrechten Kahlschlag-Aktion gefällt. "Der Zeitpunkt ist gerade noch vertretbar, wenn man das Holz einer vernünftige Verwertung zuführen möchte", erklärte Zimmermann gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Wer zu lange warte, riskiere, dass der nächste Sturm weitere Bäume umwerfe oder am Ende gar der Borkenkäfer sein Interesse an den angeschlagenen Bäumen durchblicken lasse. "Und dann bekommen Sie für das Holz gar nichts mehr."

Also fädelte der Förster einen Handel ein, von dem am Ende alle profitieren sollen:

- Der bisherige Baumbestand wird gefällt, die Besitzerin kann das Holz verwerten

- Die biologische Station sorgt dafür, dass mit Laubbäumen, die in diesem Waldgebiet eigentlich typisch sind (vorwiegend Eichen und Buchen) aufgeforstet wird.

- Im Rahmen dieses Umwandlungsprogramms erhält der Rheinisch-Bergische Kreis als Träger der Maßnahme so genannte Ökopunkte, die er wiederum an andere verkaufen kann.

In den vergangenen Tagen wurden die entsprechenden Nadelbäume bereits mit dem Einsatz eines so genannten "Vollernters", der vom Fällen bis hin zum Entfernen der erste alles automatisch übernimmt, geschlagen. "Jetzt sind wir noch damit beschäftigt, die Stämme abzutransportieren", berichtete Zimmermann gestern. In den kommenden Tagen sei es dann vorrangige Aufgabe, die durch die Aktion doch arg beschädigten Wanderwege wieder in Stand zu setzen: "In etwa einer Woche sollte aber auch das wieder in Ordnung sein", erläutert der Fachmann.

Deutlich länger wird es dagegen dauern, bis tatsächlich der kahle Bereich wieder als Wald zu erkennen sein wird. Denn Laubbäume wachsen nun einmal bekanntlich deutlich langsamer als Nadelgehölze: "Bis man hier eine gewisse Verdichtung wieder erkennen kann, dürften mindestens zehn Jahre vergehen", sagt der Revierförster. Wer weitere zehn Jahre warte, kkönne dann miterleben, "wie wieder ein richtiges Waldstück daraus wird".

Quelle: RP
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