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Leverkusen
Beklemmender Krimi um missbrauchte Kinder

Leverkusen. Autor Friedrich Ani las im Rahmen des Krimifestivals "Crime Cologne" im Forum aus seinem neuesten Buch. Von Bastian Quednau

"Da stand ich, am Rand der Nacht, zum Morden geboren, zum Sterben bereit und starb nicht und mordete noch lang nicht genug." Dieses Zitat stammt aus dem Buch "Nackter Mann, der brennt". Das neueste Werk des deutschen Krimiautors Friedrich Ani handelt von Ludwig Dragomir, einem Mann in den Fünfzigern, der nach vier Jahrzehnten in sein Heimatdorf Heiligsheim im Süden Deutschlands zurückkehrt. Was ihn damals vertrieben hat, war groß angelegter Missbrauch, sowohl an ihm, als auch an anderen Kindern im Dorf. Nach seinem Auftauchen verschwinden mehrere Personen in dem kleinen Ort.

Die Frage: "Wer hat es getan?", stellt sich im Laufe der immer finster werdenden Handlung zu keinem Zeitpunkt. Der Leser weiß genau, wer was getan hat. Er ist hautnah dabei und kann sich dem nicht entziehen, auch, wenn er das manchmal gerne würde. Im Rahmen des Kölner Krimifestivals "Crime Cologne" besuchte Ani am Freitagabend das Leverkusener Forum, um aus seinem neuen Buch vorzulesen und ein wenig über sich zu erzählen.

Die Stärke des "Noir"-Autors ist vor allem das Schaffen besonderer Figuren, die als Antihelden fungieren.

"Als Autor von ,Noir'-Büchern wird man von der eigenen Geschichte nicht verschont. Es gibt kein Entrinnen. Man muss sich komplett mit seinem Protagonisten identifizieren, auch mit seiner Ausweglosigkeit", erzählt der 57-Jährige. "Doch auch, wenn ich nach der ersten geschriebenen Fassung ein wenig Abstand zu der Geschichte gewinnen kann, was für die nachfolgende Überarbeitung hilfreich ist, bleibt die Liebe zu den Figuren darüber hinaus erhalten."

Mit seiner Art hat sich Ani, der sich unter anderem für die Kriminalreihe um Kommissar Tabor Süden verantwortlich zeichnet, viele Fans gemacht, auch in Leverkusen. "Vor ein paar Jahren habe ich Friedrich Ani schon einmal bei einer Veranstaltung in der Stadtbücherei gehört", berichtet Marion Weber, die zu der Lesung ins Forum-Filmstudio gekommen ist. "Mir gefällt vor allem die Düsternis in seinen Romanen. Doch er ist auch ein ausgezeichneter Vorleser."

Ähnlich sieht das Heinz Engelke. "Ich fand die Lesung großartig", sagt er. "Was Friedrich Ani mit seiner Stimme machen kann, ist einfach unglaublich."

Quelle: RP
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