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Leverkusen
Brückenpläne und Kamelle

So schön war der Karnevalsumzug in Wiesdorf
So schön war der Karnevalsumzug in Wiesdorf FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Leverkusens Karnevalisten zeigten sich beim Wiesdorfer Zug von ihrer kreativen Seite. Von Tobias Krell

Autobahnbrücke alaaf! Ob sich unter den bunt kostümierten Jecken am Rand des Wiesdorfer Karnevalszugs auch der ein oder andere Autobahnplaner des Landes versteckte, ist nicht bekannt. Zu hoffen bleibt es. Denn der närrische Umzug lieferte mottogemäß ("Watt en Jlöck, en neue Bröck") ein spaßiges Sammelsurium an Ideen für die neuen Leverkusener Autobahnbrücken (und deren Alternativen).

Die richtige Strategie für den Umgang mit der Planung der Rheinquerung hatten die Mitglieder der KG Steckepääd im Gepäck. Sie trugen ihre persönlichen Brücken auf dem Kopf und waren sich auch einig: "Nur mit Humor lässt sich das ganze Malheur (er-)tragen". Auch die Wiesdorfer Rheinkadetten hofften, dass die Brücke nach all dem Stau im Kreuz am Rhein im neuen Glanze scheinen werde und, damit das gelingt, boten sich die "Echten Fründe" gleich als Brückenmaler an. Die blauen Zipfelträger der "Jecken Fründe Leverkusen" waren von den Brückenplänen so aus dem Häuschen, dass sie das Motto weiterreimten und versprachen: "...us Schlumpfhausen kumme mer zoröck." Sie erhielten viel Lob für ihre kleine und sehr detailgetreue Nachbildung der (alten) Brücke - inklusive der Schilder und der (tatsächlich blitzenden) Starenkästen.

Für Aufsehen sorgten auch die "Jecken Wiesdorfer" und das Modell ihrer Vision (Motto: größer, breiter, schneller), einem trutzigen Bauwerk mit Klappbrücke, das an die Tower Bridge in London erinnerte, die - trotz aller Berühmtheit - daneben wie die kleinere Schwester-Brücke erscheinen würde. Noch wilder waren die Vorschläge der "Rheindorfer Burgknappen", die lieber eine Achterbahn bauen möchten und von Grün-Weiss Schlebusch, deren Urwald-Hängebrücke allerdings mehr dem Motto bei deren Heimatzug am Vorabend ("Hinger Schliebesch fängt d'r Dschungel an") zu verdanken war.

Die Brückengegner und Tunnelfreunde kamen vor allen Dingen bei den Pänz der Roten Funken und beim "Stammtisch Jecke Wiever un de Jongs" auf ihre Kosten. Während Erstere gleich einen schaufelbewehrten (sich drehenden) Maulwurf als Arbeiter für ihre Alternative zur neuen Riesen-Stelze mitbrachten, ließen Letztere über dem Tunnelbauwerk einen Park zur Erholung entstehen.

Viele Lacher erhielten auch die Karnevalisten von "Rhingdörp alaaf", die das Motto ganz anders (aber höchst originell) interpretierten. Verkleidet als Zähne wunderten sie sich: "Waröm wolle all die Lück denn e neue Brück? Su schlech künne denne ihr Zäng doch nit sin!"

Zur Freude aller Jecken blieb es zwar trüb und kühl, aber trocken. Niederschlag gab es nur in seiner süßen Form als Kamelle. Und den ließen alle Gruppen großzügig regnen. Mit gutem Beispiel ging Prinz Markus I. voran. Wenn schon nicht die Sonne, so strahlte wenigstens die Tollität (von seinem Wagen) auf die Jecken herab.

Insgesamt vermeldete die Polizei einen vergleichsweise friedlichen Zug-Sonntag. Aufregend wurde es in einer Gaststätte auf dem RialtoBoulevard. Dort lieferte sich die Familie einer jungen Frau eine Schlägerei mit mehreren Männern. Deren Benehmen scheint die Ursache des Handgemenges mit 20 Beteiligten gewesen zu sein. Sie sollen die junge Frau zuvor belästigt haben.

Quelle: RP
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