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Leverkusen
Eine Wohngemeinschaft für sieben Keramik-Künstler

Leverkusen. Alte Säulen aus einem früheren Obstladen an der Opladener Altstadtstraße, vergitterte Fensterbögen aus einer Schlebuscher Fabrik und 130 Jahre alte Holzbalken, die einst das Gerüst für einen Festsaal (der später ein Kino wurde) in Haiger/Burbach bildeten: In dem neuen Gebäude an der Haus-Vorster-Straße/Ecke Köschenberg in Opladen verbaut Eigentümer Bernhard Hohns zahlreiche gesammelte Werke. Es wird künftig eine Keramikwerkstatt beheimaten und sieben Künstlern in einer Wohngemeinschaft Wohnraum bieten. "Wer dort einzieht, steht noch nicht fest", sagte Hohns gestern beim Richtfest.

Rund eine Million Euro investiert der 62-Jährige nach eigenen Angaben in den Neubau. Das Grundstück selbst, das sich direkt neben seinem Wohnhaus befindet, hat er bereits vor 20 Jahren gekauft, erzählt er. "Ich wollte hier eigentlich ein Stadtteilzentrum errichten. Dafür habe ich aber keine Baugenehmigung bekommen." Also entschied sich der Bauunternehmer, der seit jungen Jahren leidenschaftlich töpfert, für ein Keramikzentrum. Das auch auf Interesse bei den Anwohnern stößt. "Endlich tut sich was", sagt eine Nachbarin. "Zehn Jahre lang war hier eine Baugrube." Anfängliche Skepsis sei verflogen. "Es ist toll zu sehen, wie hier alte Balken verwendet werden." Die werden, wenn das Dach fertig ist, mit Strohlehm gefüllt, der laut Hohns dann ein bis zwei Monate trocknen muss. "Anschließend wird er verputzt."

Auch Architektin Gudrun Hausmann (55) ist begeistert. "Das Projekt ist einzigartig", sagt die Witzheldenerin. Ebenso der 148 Quadratmeter große Werkraum im Keller, an den ein Atrium angrenzt. Er ist bei der Leverkusener Kunstnacht am 7. Oktober zu sehen.

(sug)
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