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Leverkusen
Ekel-Rastplatz: Bürger kritisieren Straßen.NRW

Leverkusen: Ekel-Rastplatz: Bürger kritisieren Straßen.NRW
Die täglichen Staus zeigen es bestens: Auf den Autobahnen rund um Leverkusen und Köln sind jede Menge Lkw-Fahrer unterwegs, für die es zu wenig Park- und Ruheplätze gibt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Zwischen Ekel, Unverständnis und Lösungsvorschlägen changieren die Meinungen zum Ekel-Rastplatz am Hornpottweg. Dort rasten Lkw-Fahrer mit ihren Brummis illegal immer wieder, um die vorgeschrieben Ruhefristen einzuhalten, hinterlassen dabei ein unappetitliches Szenario an Unrat. Von Ludmilla Hauser

Unter anderem meldete sich auch die Initiative "Lev kontra Raststätte". Peter Westmeier schreibt stellvertretend für die Gruppe: "Die Lkw-Fahrer am Hornpottweg und im Innovationspark können am wenigsten für die Situation. Es hätte längst zusätzliche Lkw-Rastplätze geben können. Remscheid hat angeboten, bei Erhalt der dortigen Raststätte in Absprache mit der Stadt Wermelskirchen das Parkangebot um 30-40 Lkw-Rastplätze zu erweitern (Mebusmühle). Remscheid bleibt nun erhalten, passiert ist bis heute nichts."

Im vergangenen Sommer habe die Firma Ortlinghaus in Wermelskirchen ein Grundstück neben der Raststätte Remscheid für zusätzliche Lastwagen-Parkflächen angeboten, "der Landesbetrieb Straßen.NRW hat das abgelehnt. Die Parkplatznot für Lkw hätte also in kürzester Zeit um mindestens 50 bis 60 Rastplätze verbessert werden können, aber der Landesbetrieb Straßen.NRW blockt konkrete Angebote ab.

Er scheint ausschließlich auf neue, große Tank- und Rastanlagen fixiert zu sein, vielleicht deshalb, weil sie entsprechend höhere Konzessionsgelder einbringen", wirft die Initiative der Autobahnbehörde vor. "Wären die Angebote zusätzlicher Lkw-Rastplätze zügig umgesetzt worden, hätten wir heute sehr wahrscheinlich nicht das Problem des illegalen Parkens am Hornpottweg und im Innovationspark."

Laurenz Braunisch von Straßen.NRW kennt die Angebote von Ortlinghaus und entkräftet sie so: "Wenn man es mal neutral sagen will: Die beiden Flächen liegen auf Hügeln, sind ungeeignet, um dort eine Rastanlage anzulegen. Allein aus topografischer Sicht. Das wäre dort sicherlich drei Mal so teuer wie an anderer Stelle."

Neben der Firma Ortlinghaus habe es ein paar weitere Flächenangebote gegeben, "Einzelgrundstücke von 3000 Quadratmetern. Da passen nicht viele Lkw drauf", berichtet Braunisch. Klar sei: Es wird keine neue Tank- und Rastanalge auf der A1 zwischen Remscheid und dem Kreuz geben, wie Straßen.NRW sie zuerst beabsichtigte. Gegen die Pläne hatte sich enormer Widerstand von Bürgern, etwa von der Initiative "Lev Kontra Raststätte", geregt. Stattdessen bleibe die Raststätte Remscheid erhalten, werde gegebenenfalls optimiert, erinnert Braunisch.

Und: Straßen.NRW sucht derzeit nach Flächen für zwei PWCs, Parkplätze mit Toiletten für jeweils 50 Lkw und 30 Pkw. "PWC, das ist der geringste Standard", sagt Braunisch. "Dafür gibt es pro Rastplatz einen Flächenbedarf von rund zwei Hektar statt der sechs, sieben Hektar für eine Tank- und Rastanlage." Gesucht werde "ab zehn bis 15 Kilometer südlich von Remscheid bis zum Leverkusener Kreuz".

Wann eine Lösung dafür gefunden ist, wagte Braunisch nicht zu prognostizieren. Es gebe bei der Suche nach geeigneten Flächen "so viele Bestimmungen, die wir einhalten müssen. Das dauert."

Derweil müssen Brummifahrer, die illegal etwa am Hornpottweg nächtigen, mit verschärften Kontrollen durch die Stadt rechnen. In den nächsten Tagen werde ein privater Sicherheitsdienst regelmäßig Mitarbeiter an den illegalen Schlafstätten vorbeischicken, die die "Situation beobachten und vielleicht schon abschreckend wirken", berichtete Stadtsprecher Michael Wilde gestern. Nach der "Bestandsaufnahme" würden weitere Schritte eingeleitet. Möglicherweise auch "direkte Eingriffe vom Ordnungsamt, es kann Bußgeld verhängt werden." Auch benachbarte Firmen würden angehalten, in ihrem Umfeld für Ordnung zu sorgen.

(RP/rl/top)
 
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