| 17.43 Uhr

Hafen Hitdorf
Parkplatz teils gesperrt und Kranbetrieb verboten

Hafen Hitdorf: Mauer Marode Kranbetrieb verboten
Weil die Kaimauer am Hitdorfer Hafen bröckelt, darf der Kran nicht mehr Arbeiten. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Kaimauer in Hitdorf ist so marode, dass die Stadt den Betrieb des Hafenkrans verboten hat. Von Ulrich Schütz

Der Hafenkran des Leverkusener Marineclubs am Hitdorfer Rheinufer darf ab sofort nicht mehr benutzt werden. Das Heben von Schiffen oder anderen Lasten wurde auf Dauer verboten. Zudem ist das Gelände an der Kaimauer für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht gesperrt. Dies hat die Stadt Leverkusen angeordnet. Damit sind auch Autokräne nicht einsetzbar. Gestern wurden die Verbotsschilder aufgestellt. Der Grund: Die zweiteilige Kaimauer ist nicht mehr standsicher. Dies gehe aus einem Gutachten hervor, dass Stadt und Experten der städtischen Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) ausgewertet wurde. Am Mittwoch wurde der Marineclub informiert.

Problem mit Mauer ist nicht neu

Der schlechte Zustand der Kaimauer ist seit längerer Zeit bekannt. Die Mauer besteht im unteren Teil aus Spundwänden, die in Teilen weggerostet sind, bestätigte gestern TBL-Chef Wolfgang Herwig. Darüber steht die Betonwand. Sie ist zwar gegen das Umfallen mit langen Ankern im Boden gesichert, aber nach unten fehlt das stabile Fundament.

Das Problem: Entsteht von oben eine punktuelle Belastung, können nach Expertenmeinung im Kaimauerbereich Druckstellen beziehungsweise Absackungen entstehen, die im schlimmsten Fall zumindest einen Teileinsturz der Mauer verursachen könnten. Eine solche Belastung entsteht speziell an dem vierbeinigen Hafenkran, wenn an seinem Ausleger tonnenschwere Schiffe bewegt werden.

Vorschlag zur Umgestaltung wurde abgelehnt

Die Kaimauer breche derzeit nicht zusammen, aber die Schadensmöglichkeit sei auch nicht komplett auszuschließen. "Sicherheit hat Priorität", sagte Herwig, dessen Unternehmen nur fachlich zuständig ist. Ob und wann die Mauer saniert wird, ob die Stadt oder der Bund (als Eigentümer des Hafenbereiches) die Kosten tragen müssen, ist wohl noch offen. Spektakulär hatte der ehemalige TBL-Chef Reinhard Gerlich auf den Sanierungszwang hingewiesen.

In einem Entwurf hatte er angeregt, statt einer Mauer teilweise eine breite Hafentreppe wie etwa in Düsseldorf anzulegen und damit eine gemütliche Freizeitatmosphäre zu schaffen. Dazu sollte der heutige Hafenvorplatz mit dem Charme einer Industriebrache in eine schicke Platzlandschaft verwandelt werden.

Der Vorschlag wurde vom damaligen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und Kollegen als Affront gewertet. Fast schon beleidigt hieß es, die Stadt sei allein für den Hafen verantwortlich, keinesfalls die TBL. Mit den Verboten wächst der Druck auf Politik und Verwaltung, Beschlüsse zum Hafen zu fassen.

Noch ist offen, wie es weiter geht

Kurzfristig hilft das den Bootseignern in Hitdorf nicht. Angesichts der überraschend ausgesprochenen Restriktionen fragte Georg Krey, Vorsitzender des Leverkusener Marineclubs gestern: "Und nun?" Seinem Verein gehört der Kran des ehemaligen Güterhafens Hitdorf. Die jährlichen Kosten für den Betrieb des Krans liegen bei rund 5000 Euro, sagte Vereinsvorsitzender Krey.

Wie es weitergehen soll, entscheide man in wenigen Tagen.
Schlimmer trifft es die Bootsbesitzer. Es gebe etliche, die ihre Schiffe im Frühjahr ins Wasser heben ließen und im Herbst wieder rausholten, um sie in der Nähe in Hitdorf zu lagern, zu pflegen und zu sanieren. Diese Wasserfreunde transportierten ihre Boote oft mit Traktor und Anhänger. Eine Fahrt mit diesen meist nur 6 km/h langsamen Gefährten in die nächsten Häfen mit zugelassenen Kränen in Köln oder Düsseldorf sei kaum möglich. Das Ganze werde sich für alle Wasserfreunde deutlich verteuern.

Die TBL werden übrigens noch Netze und Planen vor die Kaimauer spannen lassen: Falls unter der Betonmauer doch etwas wegsacken sollte, könnten durch den Druck in der Mauer Steinbrocken durch die Gegend fliegen, sagt TBL-Chef Herwig. Dies wolle man absichern.

 

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