| 17.41 Uhr

Leichlingen
Höhere Steuer wegen Hundekot

Leichlingen. Die FDP hat sich mit einem Antrag im Bezirksausschuss Witzhelden durchgesetzt, die Kosten für das Beseitigen von Hundekot (auch Personalkosten) auf die Hundesteuer zu schlagen. Der Vorstoß ruft sehr gemischte Reaktionen hervor. Von Peter Korn

Irene Gödecke und ihr Rüde Hannes sind in Witzhelden so bekannt, wie der sprichwörtliche bunte Hund. Immer, wenn die Rentnerin ihren Vierbeiner ausführt, hat sie eine Ration an Beuteln zur Beseitigung von Hundekot in der Tasche.

Damit bestückt sie dann die Beutelspender auf dem Markt, gegenüber der Friedhofskapelle und Flamerscheid. Irene Gödecke ist Patin über drei so genannte "Belloo-Boxen", an denen sich Hundehalter unentgeltlich mit Beutelnachschub versorgen können, damit ihr Tier nicht Straßen und Plätze verdreckt.

"Ich meine festzustellen, dass im Bereich rund um diese Boxen die Hunde-Hinterlassenschaften doch deutlich weniger geworden sind", sagt die Witzheldenerin. "Das ganze scheint also bei einigen etwas zu bewirken."

2600 Euro für neue Boxen

Aber nicht bei allen. Für die Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen gibt es deshalb nicht genug von diesen Beutelspendern. Ihr Fraktionschef Volker Jung forderte jetzt im Bezirksausschuss, 2600 Euro für vier neue Boxen in den Stadtetat 2010 mit aufzunehmen – und erhielt eine knappe Mehrheit dafür. Der FDP geht das jedoch nicht weit genug.

Sie beantragte ebenfalls erfolgreich, die Kosten für das Beseitigen von Hundekot (auch Personalkosten) künftig auf die Hundesteuer zu schlagen. Zurzeit zahlen Hundehalter in Leichlingen pro Jahr 72 Euro für einen, jeweils 96 Euro für zwei und jeweils 120 Euro für drei Hunde und mehr. Ausnahme: So genannte gefährliche Hunde wie etwa Pitbull oder Staffordshire Terrier kosten 144 Euro, ab dem zweiten Hund sogar 360.

Inwieweit sich dieser Betrag erhöhen würde, sollte sich die FDP auch im Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Stadtrat mit ihrem Vorstoß durchsetzen, konnte die Stadt gestern noch nicht sagen. Soviel scheint aber festzustehen: Die Beträge würden sich wohl deutlich nach oben entwickeln.

Entsprechend heftig fallen einige der Reaktionen aus. "Völliger Schwachsinn", kommentierte gestern etwa Uschi Kummer, die Vorsitzende der Tierhilfe Leichlingen, das Vorhaben. "Damit halten Sie kein einziges der Schwarzen Schafe unter den Hundehaltern ab, weiterzumachen wie bisher. Gleichzeitig schädigen Sie aber die große Mehrheit der Anständigen, die den Dreck selbst entsorgen." Die dürften eh schon bezahlen, ohne dass sie von der Stadt mal eine Gegenleistung wie etwa eine Freilauf-Fläche für ihre Hunde bekämen.

Beutel als Verpflichtung

Auch SPD-Fraktionschef Hans Gonska ist von der "Steuernummer" nicht überzeugt. Ihm schwebt eher vor, Hundehalter zu verpflichten, Kotbeutel stets bei sich zu führen: "Das könnte das Ordnungsamt bei Kontrollen leicht überprüfen und sofort ahnden." Jedenfalls prüfen die Sozialdemokraten zurzeit, ob sie einen entsprechenden Antrag stellen sollen.

Boxen-Patin Irene Gödecke hat schon jetzt immer Extra-Beutel dabei. Sieht sie jemanden, der Hundehaufen liegen lässt, fragt sie ihn höflich, ob sie mit einem ihrer Beutel aushelfen soll: "Das wirkt", sagt sie, "meist besser als jedes Verbot."

Quelle: RP
 
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