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Leverkusen
Kabarettist Steinberg zu Gast bei Hitdorfs Humor-Ressourcen

Leverkusen. Unsere moderne Welt wird immer organisierter, optimierter und verrückter. Aber wird sie auch menschlicher? Damit befasste sich René Steinberg, der Radio-Hörern seit mehr als 15 Jahren bestens bekannt ist durch Satire-, Glosse- und Comedy-Sendungen, vor allem aber durch die Parodie auf Nicolas Sarkozy als "Sarko de Funes". Er kam zu dem Schluss: "Verrücktheit gehört fest zum menschlichen Dasein." Von Gabi Knops-Feiler

Seine gesammelten Überlegungen präsentierte Steinberg bei einer Vorpremiere im ausverkauften Matchboxtheater mit dem Titel "Irres ist menschlich". Müsste es nicht richtigerweise "Irren ist menschlich" heißen? Der Titel sei analog zu "irren" entstanden und als Hinweis darauf gedacht, dass wir über Fehler lachen sollten, erklärte der Kabarettist am Rande der Vorstellung. "Viele denken, der Mensch ist vernunftgesteuert. Das ist verkehrt."

Was es mit Vernunft und Lachen noch so alles auf sich hat, erläuterte Steinberg mit viel Witz und Humor in Hitdorfs kleinem Wohnzimmertheater. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was treibt den Mensch an? Warum kann er sich nicht merken, ob das Bügeleisen ausgestöpselt ist? Weshalb sortiert er Geldscheine in der Börse nach Wert? Oder warum gibt er dem Navigationsgerät einen Namen? "Bei einem Mann heißt es Ute", sagte Steinberg, "weil es immer sagt, die (Ro)ute wird berechnet." Ein Zuschauer meldete sich zu Wort: "Das geht mir jetzt zu schnell. Wir waren bei Geldscheinen. Ich sortiere sie nach Seriennummern." Das sei abgefahren, lachte Steinberg, "ab jetzt werde ich Sie in den nächsten Nummern erwähnen."

Wichtig sei, dass Menschen über sich selber lachen könnten. Das habe auch eine politische Dimension, denn diese Menschen wählten weder populistische Hetzer noch sympathisierten sie mit Testosteron gesteuerten Dinos wie dem türkischen und russischen Präsidenten oder Möchtegern-Präsident Trump in Amerika. So mancher Konzern mag im "Faktor Mensch" eine Human-Ressource sehen, meinte Steinberg. Er aber sehe darin - anknüpfend an sein letztes Programm "Unsinn" - eine Humor-Ressource.

Apropos letztes Programm. Nach der Vorstellung habe ihm eine Frau gesagt, es habe ihr gut gefallen, er sei "so herrlich autistisch" gewesen, schilderte Steinberg lachend.

Quelle: RP
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