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Leverkusen
Kanalbaufirma wühlte im nicht nach Bomben abgesuchten Boden

Leverkusen. Die städtischen Technischen Betriebe (TBL) haben weiter Ärger mit dem Kanal unter der Schlebuscher Straße in der Fixheide. Die Spezialfirma, die die Rohre unterirdisch verlegt hat, benutzte offenbar veraltete Streckendaten. Die Folge davon: Der neue Kanal weicht bis zu rund einem Meter von der geplanten Linienführung ab, sagte gestern Wolfgang Herwig, Leiter der Technischen Betriebe. Üblich seien bei solchen Vorhaben nur Abweichungen von bis zu 20 Zentimetern. Von Ulrich Schütz

Entdeckt wurde dies bei dem Bau eines Schachtes, der von der Straßenoberfläche zu den Kanalrohren gegraben wurde. Das senkrechte Bauwerk musste verlegt werden. Die Schächte (weitere sind in Planung) dienen Wartungstrupps, die den Kanal inspizieren oder reinigen wollen. Zudem werden die Rohre über die Schächte belüftet.

Der Hauptkanal hat einen Innendurchmesser von rund 1,60 Meter und ist außen im Durchmesser rund zwei Meter stark. Eigentlich lief die unterirdische Verlegung auf der rund 500 Meter langen Strecke gut, das Ziel in Höhe Aldi/Borsigstraße wurde auch präzise erreicht.

Normalerweise würde selbst die entdeckte Abweichung nicht unbedingt aufregen, aber: Der Baustellenbereich gilt als Bombenverdachtsfläche. Extra für den Kanalbau wurden deshalb rund 700 Bohrlöcher in zehn Meter Tiefe getrieben, damit die Experten Bomben und Muntion aus dem Zweiten Weltkrieg entdecken konnten. Gefunden wurde dabei nichts. Der Kanal soll laut TBL aber teils durch nicht abgesuchtes Gebiet verlaufen.

Wegen der anfangs ungeplanten Bombensuche und dem damit ausgelösten Baustillstand reklamiert die Baufirma rund 600 000 Euro Ausfallgeld. Für den Verlegefehler fordert jetzt die TBL ihrerseits Geld.

Quelle: RP
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