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Leverkusen
Künstlergasse, die Zweite

Leverkusen. Die AG Leverkusener Künstler setzt ihr dreiteiliges Projekt mit einer Ausstellung in der Forum Galerie fort. Die meisten Beteiligten haben raumgreifende Installationen oder Skulpturen geschaffen. Von Monika Klein

Nach drei Jahrzehnten AG Leverkusener Künstler dreht sich im Jubiläumsjahr alles um die Zahl drei. Drei Tage haben drei mal vier Mitglieder und Gäste in den Luminaden ihr Atelier aufgeschlagen zur ersten Etappe der "Künstlergasse". Mit der Eröffnung der Ausstellung in der Forum Galerie läuft nun Phase zwei des dreiteiligen Projekts. Selten war das kleine Foyer so gefüllt wie bei dieser Schau, denn die meisten haben raumgreifende Installationen oder Skulpturen geschaffen.

Gerda Nettesheim etwa, deren Klangobjekte aus grobem Holz schon in den Luminaden zum Ausprobieren aufforderten. Bei der Vernissage wird sie ihre Instrumente selbst bespielen und von einem Sopransaxophon begleitet. Stefan Klinkigt hat Schwemmhölzer eingefärbt und in vorgefundener Form zusammengefügt. Lüder Seedorf dagegen ging mit schwerem Gerät an einen Holzklotz, um daraus seine abstrakte Figur "Osiris" zu formen.

Auf den Fotografien von Werner Pusch, der besondere Momente der Arbeitsphase mit der Kamera einfing und gerahmt an einer Wand präsentiert, ist er mit Kettensäge, Helm und Schutzbrille zu sehen. Relativ naturbelassenes Holz war auch für Rita Klein das passende Material, aus dem sie ihre "Gewissenskissen" formte. Drei kleine Hocker, die einfach als Scheibe aus einem Baumstamm inklusive Rinde gesägt wurden, auf denen bunte und etwas krumm gesessene Kissen mit südafrikanisch gemusterten Stoffen liegen. Aus der Ferne scheint es jedenfalls so. In Wirklichkeit ist jedes Objekt aus einem Stück gefertigt, das vermeintliche Kissen wurde mit Säge und Schnitzmesser geformt und anschließend stoffartig bemalt.

Vor der Sparkasse in den Luminaden nahmen sich Winfried Gilles "Bulle & Bär" geradezu bescheiden aus, erst hier in der kleinen Galerie schieben sich die massigen Börsensymbole mit vergoldeter Nase in den Vordergrund.

Ellen Loh-Bachmann hat zwei Schaufensterpuppen mit Bodypainting überzogen und ihr Riesen-Mikado mit Maya-Symbolen ausgestreut. Selbst Maler Wolfgang Schumacher ging in den Raum, denn er bespannte ein Lattengerüst mit Leinwänden, auf die er Architektur-Details pinselte. Nur Ursel Scholz malte unbeirrt klassisch und schuf ein Adelsporträt ihres Katers "Lord Chester of Highland Castle". Bernd Wachtmeister fotografierte alle Mitwirkenden, benutzte aber für seine grafischen Variationen nur die Umrisse der Gruppe. Auch Katja Eilders bearbeitete ihre Fotografien von der Aktion digital, die sie als Reihung auf Textil druckte. In jedem leicht verschwommenen Schwarz-Weiß-Bild hob sie nur ein Element scharf und farbig hervor.

Uwe Miserius filmte das ganze Projekt, befragte Mitwirkende und Passanten und machte daraus einen Aktionsfilm.

Quelle: RP
 
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