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Leverkusen
Lucas-Schüler mit Psycho-Stück auf der Bühne

Leverkusen: Lucas-Schüler mit Psycho-Stück auf der Bühne
Mit einer beeindruckenden darstellerischen Leistung führten 25 Landrat-Lucas-Schüler ein selbst geschriebenes Stück über Schuld, Opfer und Täter in der Schulaula auf. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. 25 Jugendliche des Landrat-Lucas-Gymnasiums brillieren in einem schwierigen Schauspiel. Von Tobias Falke

Wie eng verläuft die Grenze zwischen "gesunden" und psychisch kranken Menschen? Dieser Frage ging der Differenzierungskurs "Theater" der Stufe neun des Landrat-Lucas-Gymnasiums nach. Das Ergebnis wurde jetzt dem Publikum in der Festhalle Opladen präsentiert.

Als zu Beginn eine kleine Gruppe auf der Bühne steht, alle in Weiß gekleidet, erinnert das Bühnenbild an den Film: "Einer flog über das Kuckucksnest". Der Roman aus den 60ern, der bereits zahlreiche Theateraufführungen erlebte und sogar von Stanley Kubrick mit Jack Nicholson in der Hauptrolle verfilmt wurde, zeigt die Abläufe einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt und die daraus erfolgten Auswirkungen auf den menschlichen Geist.

Auch die Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums versuchten den Zuschauern dies zu verdeutlichen. Das Stück spielt in einer modernen Psychiatrie, in der auf unerklärlicher Weise Patienten verschwinden, die therapeutische Behandlung erfahren. Die Öffentlichkeit wird darauf aufmerksam. Der Leiter der Klinik, der hochgestochene und überdrehte Professor Dr. Warstein, muss sich in einer Pressekonferenz rechtfertigen. Gespielt wird er von Ben Hecker. Er überzeugt bei den Schlüsselszenen, in denen er auch "über Leichen geht". Auf die Frage, welches Gefühl er dabei empfindet, eine Waffe auf jemanden zu richten, sagt Ben: "Mein Charakter verteidigt sein Lebenswerk, insofern versuche ich das in der Rolle überzeugend zu zeigen. Aber klar, ich ziele da auf einen guten Freund, das ist schon komisch." Auch innerhalb und außerhalb der Station für psychische und psychotische Krankheiten spielen sich kleine und große Tragödien ab. Immer wieder stellen sich Fragen nach Schuld, Opfer und Täter. Auch wird nachgefragt: Wann entspricht ein Mensch nicht mehr der gesellschaftlichen Verhaltensnorm?

Das Theaterstück haben die Schüler des Differenzierungskurses unter der Spielleitung von Anjeli Nösse und Marco Isermann selbst verfasst. Ausgearbeitet wurde das Stück über Macht, Schuld, Liebe, Entgrenzung und Entfremdung innerhalb von zwei Jahren und jetzt erstmals aufgeführt. 25 Schüler haben mitgewirkt.

Das Besondere: Alle Beteiligten stehen durchgehend auf der Bühne. "Das war auch das Schwierigste überhaupt", erinnert sich Carla Schendzielorz, "den eigenen Text zu üben oder die Choreografien bei den Tänzen hinzubekommen hat viel Spaß gemacht, aber die ganze Zeit auf der Bühne im Hintergrund meist still und regungslos zu sitzen, war schon sehr anstrengend," gibt sie zu.

Dafür lebte die Aula des Landrat-Lucas-Gymnasiums umso mehr von den vielen Talenten, die in dieser Woche dort auf der Bühne standen.

Quelle: RP
 
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