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Leverkusen
Mängelmelder für Leverkusen?

Leverkusen: Mängelmelder für Leverkusen?
Riesige Schlaglöcher, zerstörte Beleuchtung wie an der Y-Brücke oder auch kaputte Laternen: Kennt jeder, ärgert sich jeder drüber. Aber wer ruft deshalb schon die Stadt an? FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Kaputte Straßenlaternen, Schlaglöcher oder übervolle Spielplatz-Mülleimer: Mit dem "Mängelmelder" könnten solche Ärgernisse über das Internet oder per Smartphone gemeldet werden. Die Stadt prüft die Anschaffung. Von Stephanie Lichius-Engels

"Auf dem Mühlenbuschweg Höhe 19-23 ist im Asphalt ein riesiges Loch. Der Kies ist herausgespült und auf der Straße verteilt." Oder: "Baum auf Gehweg". Dazu ein Foto des umgestürzten Baums, der tatsächlich quer auf dem Waldpfad liegt. Durchkommen unmöglich.

Diese und andere Mängel können Dormagener seit August vergangenen Jahres bequem über das Internet an die Stadt melden. Oder – noch einfacher – per App fürs Handy. Ein Foto kann direkt drangehangen werden.

"Mängelmelder" heißt das Programm, das auch die Stadt Monheim seit dem 26. April anbietet. Und das, wenn es nach der "Lev Partei" geht, bald auch den Leverkusenern erleichtern soll, ihre Beschwerden loszuwerden. Mandatsträger Manuel Lindlar sagt: "Hier könnte Leverkusen ein deutliches Signal in puncto Bürgerbeteiligung setzen." Daher, so sein Antrag, soll der Rat der Stadt seine Verwaltung damit beauftragen, "ein Umsetzungskonzept zu erstellen".

"Besonders abends sehr praktisch"

In Dormagen sind seit der Einführung des Programms knapp 300 Mängel gemeldet worden. Stadt-Sprecher Harald Schlimgen: "Das ist besonders praktisch, wenn man abends unterwegs und unser Ideen- und Beschwerdemanagement nicht mehr telefonisch erreichbar ist. Man sieht eine kaputte Straßenlaterne und schickt per Handy eine Nachricht an die Stadt. Gleichzeitig werden die GPS-Daten übermittelt, sodass die Problemstelle geortet werden kann. Der Weg zur Verwaltung ist so ein ganzes Stücke einfacher."

Die Meldungen kommen zentralisiert bei der Stadt an, werden an die zuständigen Fachabteilungen/Dezernate weitergeleitet. Jede Nachricht bekommt eine Bearbeitungshistorie, die man jederzeit online einsehen kann. Im besten Fall läuft es so wie bei diesem Melder: Am 26. April schrieb er: "Die Straßenlaterne am Grundstück Bertha-von-Suttner-Straße 12 flackert und ist nachts teilweise dunkel." Am Tag darauf steht in der Historie: "Die Meldung wird zur Erledigung an die zuständige Fachstelle weitergeleitet."

Am 7. Mai dann der Vollzug: "Die Lampe wurde repariert. Freundliche Grüße. Ihre Stadtverwaltung." Die Software "kostet 4000 Euro, hinzu kommen 50 Euro im Monat für die Lizenz und 99 Cent pro Bürgermeldung. Doppelmeldungen werden nicht in Rechnung gestellt", sagt Lindlar. In Dormagen bedeutet das Kosten von 70 Euro im Monat. "Das ist aufbringbar, auch in Zeiten eines Haushaltssicherungskonzeptes", sagt Schlimgen.

Michael Wilde, Sprecher der Stadt Leverkusen, kündigte auf Anfrage an: "An der Stellungnahme zu dem politischen Prüfauftrag wird noch gearbeitet."

(RP/rl)
 
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