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Leverkusen
Politik und Handel kritisieren Parkgebührenerhöhung deutlich

Leverkusen. Der Unmut gegen die von der Stadt erarbeitete neue Parkgebührenordnung (wir berichteten) wächst. Auch die FDP-Ratsgruppe lehnt das Konzept ab, weil es "in allen Aspekten kontraproduktiv" sei, sagt Ratsfrau Monika Ballin-Meyer-Ahrens. In den Zentren würden die oberirdischen Parkflächen so "unattraktiver", in "Opladen und Schlebusch sollen nun auch noch die letzten Parkflächen bewirtschaftet werden. Was hat das zur Folge? Alle Zentren, insbesondere Opladen und Schlebusch, verlieren an Attraktivität, weil gerade ihre Erreichbarkeit und Wohnortnähe ein Plus darstellt", moniert die Politikerin. Von Ludmilla Hauser

Kunden führen dann vielleicht gleich nach Langenfeld, Köln oder Bergisch Gladbach weiter. "Soll das die Würdigung der Anstrengungen der Werbegemeinschaften sein, die sich um attraktive Zentren in Konkurrenz zu Köln, Online-Handel und Outlet-Centern bemühen?", fragt sie. Die Argumente der Stadt seien "in der Realität nicht zu belegen". Dass für E-Autos freies Parken gelten soll, halten die Liberalen für das falsche Signal: "Was machen wir, wenn wir 30 Prozent oder mehr E-Autos haben? Parken die alle umsonst?" Opladen Plus und die Interessengemeinschaft der Opladener Seitenstraßen hatten moniert, dass die Stadt die Gebühren in den Zentren angleichen will. Opladen sei von seiner Handelsstruktur aber nicht mit Wiesdorf vergleichbar.

Auch die Werbegemeinschaften sehen das Konzept skeptisch. Frank Schönberger (Werbegemeinschaft City) betont: "Wir wollen doch stadtweit eine vernünftige Handelsstruktur erhalten, dann müssen wir die unterschiedlichen Situationen der Standorte beachten." Würde etwa der Schlebuscher Markt gebührenpflichtig, "verliert der südliche Teil der Fußgängerzone an Attraktivität, weil die Leute direkt ins Parkhaus im Norden fahren."

Hans-Peter Teischeid (Werbe-/ Fördergemeinschaft Schlebusch) sagt: "Schlebusch hat ein großes Einzugsgebiet, die Leute kommen auch aus Odenthal, Schildgen, ländlichen Ortschaften, darunter Ältere, die können nicht mit dem Fahrrad kommen oder steigen für den Wocheneinkauf auf den Bus um." Und: "Wird es auf dem Markt teurer, verführt das Autofahrer, die Seitenstraßen noch stärker zuparken."

Die Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO) "befürchtet durch die Anhebung der Parkgebühren insbesondere für Opladen große Nachteile für den stationären inhabergeführten Einzelhandel". Hier bemühe man sich wegen der Konkurrenz zu Wiesdorf und den Großstädten um Service, dazu gehöre, dass Kunden in der Nähe der Läden außerhalb der Fußgängerzone parken können. Dieser Wettbewerbsvorteil dürfe nicht gefährdet werden. Die Absicht der Stadt, Autofahrer auf diese Weise in Parkhäuser zu locken, sei "unrealistisch". Im Bereich der Parkhäuer gebe keine Probleme, an der oberen Kölner und in den Seitenstraßen dafür kein Parkhaus. Die dortigen Einzelhändler würden benachteiligt, wenn Kunden hohe Gebühren zahlen müssten, eben ohne in ein Parkhaus ausweichen zu können. Die AGO befürchtet Kundenschwund. Und: In Sachen Stadtteilentwicklungskonzept gehe von der Gebührenerhöhung ein falscher Impuls aus. Aufbruchsstimmung der Einzelhändler ade.

Quelle: RP
 
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