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Mehr Parkplätze an Bahnhöfen gefordert
Rat streitet über Verkehrskonzept für Leverkusen

Mehr Parkplätze an Bahnhöfen gefordert: Rat streitet über Verkehrskonzept für Leverkusen
Am S-Bahnhof Rheindorf müssen Pendler oft lange nach einem Parkplatz suchen. Zu den Geschäftszeiten sind meistens alle Stellplätze belegt. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Gibt es an Leverkusener Bahnhöfen zu wenige Parkplätze? Ja, sagen CDU und FDP. Oberbürgermeister Uwe Richrath sieht das anders und befürchtet, dass mehr Parkplätze noch mehr Autos in die Stadt locken könnten.  Von Ulrich Schütz

Im Stadtrat prallten am Montagabend verkehrspolitische Welten aufeinander. Speziell CDU- und FDP-Vertreter forderten mehr Parkplätze an den S-Bahnhöfen, mehr Fahrradboxen und mehr Möglichkeiten, ein Rad auch im Linienbus mitnehmen zu können.

Den Sachstand, den die Stadt zu diesem Problemkreis vorgelegt hatte, bezeichnete FDP-Ratsherrin Dr. Monika Ballin-Meyer-Ahrens als "Frechheit". Oberbürgermeister Uwe Richrath wehrte die Kritik sichtbar empört ab und erinnerte, dass jeder neue Parkplatz mehr Autofahrer anlocke und so die Staus in den Städten vergrößere. Die Stadt brauche ein Gesamtkonzept, das vor allem auf verstärkte Nutzung des Fahrrades und des Bus- und Bahnverkehrs setzt.

CDU-Landtagsabgeordneter und Ratsherr Rüdiger Scholz forderte, dass die Stadt in Sachen P&R-Parkplätze nach jahrelangem Nichtstun "verdammt nochmal anfangen müsse zu arbeiten". Und: Speziell am Bahnhof Rheindorf solle sie mal "ein paar Monate mit der Knöllchenschreiberei aufhören". Ballin-Meyer-Ahrens kritisierte, dass die Stadt "an der Realität vorbei" agiere. "Die Stadt macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt", schimpfte sie. Sicher müssten Radwege sowie Bus- und Bahnnetze verbessert werden, "aber leider gilt dies derzeit auch für den Bereich Auto", meinte die passionierte Radfahrerin. Die FDP will den Bau von Parkpaletten an Bahnhöfen und gegebenenfalls für die Endstation der Straßenbahnlinie 4 beantragen. Andere Städte hätten so etwas längst realisiert.

So voll ist es an Leverkusener Bahnhöfen

Wie sah am Dienstag die Situation an der Linie 4 in der Waldsiedlung und an den Bahnhöfen aus? Rheindorf: Frei waren gegen Mittag ein Behinderten-Parkplatz und vier Parkplätze. Noch mehr Platz war an den Fahrradständern: Von den gut 80 Stellplätzen waren trotz gutem Radfahrerwetter 40 belegt. Am Bahnhof Schlebusch war alles dicht, in Wiesdorf und Opladen sowieso, am Bahnhof Küppersteg gab es vereinzelte freie Parkplätze. Erfahrene Zugnutzer lassen ihr Auto dort ungern, weil sie von Autoaufbrüchen und -diebstählen gehört haben.

Besonders in Rheindorf, so monierte Scholz, gebe es ausreichend Platz für weitere Parkplätze. Etwa auf der heutigen mit Gras verzierten Mittelinsel am Buswendeplatz: "Ich sehe bei der Stadt aber keine Bereitschaft, die Parkplatz-Kapazität deutlich zu erhöhen."

CDU-Ratsherr Paul Hebbel erkennt System in der städtischen Ablehnung von mehr Parkplätzen: "Der städtische Bericht trieft ja nur so von Erziehungsmaßnahmen", klagte er. Der Autofahrer, der zum Bahnhof fahre und auf die Bahn umsteige, tue schließlich schon was für die Umwelt. Richrath wies den Vorwurf zurück. Es gehe jetzt "um das Anstoßen eines gesellschaftlichen Prozesses", um die Verkehrsbelastung in den Städten zu reduzieren.

Quelle: RP
 
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