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Leverkusen
Schoofs träumt weiter vom großen A1-Tunnel

Leverkusen. Die Initiative "LEV muss leben" sollte wiederbelebt werden. Der Abend geriet aber fast zum Monolog des Bürgerlisten-Fraktionschefs. Von Gabi Knops-Feiler

Eigentlich hatten sich rund 15 Bürger um Erhard Schoofs (Bürgerliste) und Vertreter der Interessengemeinschaft Köln-Leverkusen und Netzwerk gegen Lärm am Donnerstag im Forum-Restaurant versammelt, um die Initiative "LEV muss leben" neu zu beleben. Diese hatte sich im Sommer 1974 etwa erfolgreich gegen eine drohende Eingemeindung Leverkusens nach Köln gewehrt. Grafiker Bernd Wachtmeister legte gestern auch einen Entwurf vor, von dem ab Montag 1000 Aufkleber verteilt werden sollen.

Doch selbst nach einer Stunde war vom eigentlichen Sinn der Zusammenkunft nicht mal gesprochen worden. Stattdessen erläuterte Wortführer Schoofs im 40 Minuten dauernden Monolog seine Anliegen. Er plädiere dafür, die aktuelle Vorzugsvariante von der Autobahnbehörde Straßen.NRW, also Doppelbrücke und Stelze, unbedingt zu verhindern.

Stattdessen empfehlen er und seine Experten die sechs Kilometer lange, große Tunnellösung zwischen Niehl und Alkenrath. "Der Tunnel ist so schnell fertig, da ist die Brücke noch nicht halb gebaut", betonte der Rheindorfer Politiker. "Unsere Variante ist die einzige, bei der man nicht an die Deponie muss, was es unbedingt zu verhindern gilt."

Außerdem, klagte Erhard Schoofs, seien andere Initiativen (sprich LIV, Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung) nicht dazu bereit, die kurze und lange Lösung vernünftig prüfen zu lassen. Ohnehin sei man von der jüngsten Demonstration "ausgeladen" worden, weil man zwar teilnehmen, aber seine eigene Version vorstellen wollte. Um die Forderungen nun durchsetzen zu können, empfehle er ein Bürgerbegehren und, sollte dieses abgelehnt werden, einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Eine weitere Hoffnung stütze er auf die zweite Möglichkeit einer (schon einmal abgesagten) Demonstration auf der Autobahn. Udo Reudenbach, Leiter des Bürgerbüros, fasste zusammen: "Wir müssen uns alle zusammensetzen, denn es kann doch nicht sein, dass wir Leverkusener uns so weit auseinanderdividieren, dass wir keine vernünftige Minimal-Lösung aufstellen können."

Quelle: RP
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