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Leverkusen
Sparkasse bejubelt Herpolsheimer zum Abschied

Leverkusen. In der Mitarbeiterzeitung wird der Ex-Spitzenmanager des Geldinstituts mit Lobeshymnen überschüttet. Von Ludmilla Hauser

Wenn Rainer Schwarz, gerade Chef der Sparkasse Leverkusen geworden, seinem Vorgänger folgt und die Neujahrsempfänge seines Hauses mit einem prominenten Gast fortführt, wird es vielleicht eine Neuerung geben. Während der im Frühjahr ausgeschiedene Manfred Herpolsheimer den Gästen, gleich zu welchem Fußballverein sie sich bekannten, einen Bayer-04-Schal umlegte, wird Schwarz künftig vielleicht auf einen "Fohlen-schal" setzen. Der Mann ist bekennender Fan von Borussia Mönchengladbach. So steht es jedenfalls in der Sparkassenmitarbeiterzeitschrift, in der die neuen Vorstände vorgestellt werden. Eben mit Lieblingssportmannschaft (Schwarz: Borussia Mönchengladbach, Markus Grawe: "Bayer 04, was sonst?"), Familienstand (Schwarz: liiert, Grawe: verheiratet, zwei Kinder), Musikgeschmack (Schwarz: Billy Joel, Leonard Cohen, Grawe: "Von Pop bis Klassik quer durch den Garten").

Dazu noch ein paar persönliche Einschätzungen zu Leverkusen, Digitalisierung, Niedrigzinsen und Einlagensicherung. Rundum eine sympathische Vorstellung der neuen Chefs für die Mitarbeiter.

Interessant: In derselben Ausgabe wird eine Seite auch dem Mann gewidmet, der im Frühjahr die Leverkusener Medienwelt bewegt hat. Manfred Herpolsheimer. "Im gegenseitigen Einvernehmen haben der Verwaltungsrat und Manfred Herpolsheimer per 30. April den noch bis zum 30. September laufenden Dienstvertrag aufgelöst", wir d da nüchtern formuliert. Im Frühjahr hatte es noch geheißen, der Vertrag laufe bis Ende September 2019.

Dann folgt ein dickes Lob: "Während seiner 17-jährigen Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leverkusen verantwortete er viele herausragende und richtungsweise Projekte. Er hielt die Sparkasse Leverkusen stets auf wirtschaftlich gutem Kurs und engagierte sich in vielfältiger Weise."

Als Projekte werden da unter anderem die Modernisierungen der Sparkassenzentrale in Wiesdorf und der Umbau der Filiale in Opladen genannt, die LeverKugel. "... seine große Initiative für die Musikschule und das Museum Morsbroich tragen seine Handschrift", geht es in der Lobeshymne unter einer Herpolsheimer-Fotocollage weiter, dass so Mancher sich fragen dürfte: "Ja warum hat man einen so fähigen Manager denn dann gehen lassen?

Auch im April, als Herpolsheimer vorzeitig seinen Hut nehmen musste, hatte es schon ähnliche Lobeshymnen auf den Manager, den einige Leute in der Stadt auch als machtverliebt charakterisierten, gegeben. Damals war geunkt worden, dies sei Teil des Aufhebungsvertrages zwischen Stadt und Herpolsheimer gewesen, um sich ein möglicherweise langwieriges Gerichtsverfahren zu ersparen.

Quelle: RP
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