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Leverkusen
Städtischer Chor mit gelungener Eigenwerbung

Leverkusen: Städtischer Chor mit gelungener Eigenwerbung
FOTO: RED
Leverkusen. Mitsingformate haben Konjunktur. Beim Konzertabend des Städtischen Chors in der Friedenskirche (Waldsiedlung) wurden viele Besucher Teil des Chores. Das war für den Chor beste Werbung in eigener Sache. Von Monika Klein

Für eine Werbeaktion in eigener Sache war die Zusammenstellung dieses Konzertes ideal. Die Texte von zwei Weihnachtslieder-Medleys waren im Programm abgedruckt, so dass alle Besucher in der vollen Friedenskirche die vertrauten Melodien mitsingen konnten. Das hätte auch ausschließlich mit Klavierbegleitung funktioniert, aber deutlich schöner und voller war der Klang durch den vollen Satz, den der Städtische Chor dazu sang. Singen ist eben in der Gemeinschaft, im mehrstimmigen Ensemble am schönsten.

Das empfanden jedenfalls auch die singfreudigen Zuhörer, die hier ohne Proben Teil eines Chores wurden. Wer das häufiger erleben möchte als nur zur Weihnachtszeit, der fand gleich unter seinen Liedtexten Telefonnummern der Ansprechpartner und die Aufforderung, es ernsthaft mit dem Städtischen Chor zu versuchen, der jeden Dienstagabend im kleinen Saal der Musikschule probt. Auch jene, die sich so nicht binden wollen, genossen doch hörbar den letzten Konzertteil. Mitsingformate haben derzeit Konjunktur, warum nicht häufiger eine solide Variante wie diese.

Still und zurückgenommen hatte das Weihnachtskonzert in der Waldsiedlung mit Benjamin Brittens Zyklus "A Ceremony of Carols", Op. 28 begonnen, und zwar in der späteren Fassung für vierstimmigen gemischten Chor und zwei Solostimmen. Schlicht wie Mönche zum Gebet sangen die Sopranstimmen den Hymnus "Hodie Christus natus est" (Heute wurde Christus geboren) im Stil einer gregorianischen Antiphon zur Eröffnung und zum Abschluss der elfteiligen Sammlung von Lobechören (Vertonung Mittelenglischer Gedichte).

Wie Wellen schwappten die wiederholten Willkommensrufe der einzelnen Chorstimmen ineinander. Nicht ausgelassen oder überschwänglich, sondern dem Charakter der folgenden eher betrachtenden Stücke voll ernster und vorwiegend stiller Ehrerbietung für den "himmlischen König" in der Krippe und die ersten Märtyrer. Behutsamer und zurückgenommener Chorklang überwog. Bei den schnelleren Teilen fünf und sechs, in denen die Chorsänger viel Text unterzubringen haben, hielt Leiter Utz sie mit sehr deutlichen Schlägen zusammen. Zart und sparsam ist auch die Begleitung dieser Ceremony of Carols mit nur einer Harfe, die an dieser Stelle nicht mal die ganze Bandbreite der konzertanten Fülle ausschöpfen darf. Dazu hatte Harfenistin Elena Janzen erst später zwischen den Medleys Gelegenheit bei ihrem instrumentalen Solo, das viele bekannte volkstümliche Melodien aus England Schottland und Wales miteinander verwob. Die beiden Solistinnen waren nach dem Britten noch als Duett mit vier europäischen Weihnachtsliedern zu hören. Das Timbre glich Sopranistin Dorothea Rauscher-Carazolla dem tiefen, brustigen Ton von Mezzosopran Annette Utz an. Und der Singing Day mit John Rutter, den Michael Porr im September für alle Leverkusener Chorsänger ermöglicht hatte, wirkte hier auch noch nach. Zwei weihnachtliche Carols des englischen Komponisten waren an diesem Abend zu hören, ein stimmungsvoller (Angels) und ein schwungvoller (Star). Wie die Medleys und Duette begleitete Dorothee Grüneberg beide am Klavier.

Quelle: RP
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