| 16.35 Uhr

Leverkusen
Unglück am Chempark-Kai

Leverkusen: Havarie auf dem Rhein
Leverkusen: Havarie auf dem Rhein FOTO: Miserius
Leverkusen. Ein Frachter stieß auf dem Rhein mit einem leeren Container-Schiff zusammen. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehreren 10 000 Euro. Produkt trat jedoch nicht aus. Die Wasserschutzpolizei legte beide Schiffe vorläufig still. Von Tobias Krell

wiesdorf Die Größenverhältnisse sind eindeutig. Winzig wirkte der Frachter "Leho 3" im Vergleich zum großen Container-Schiff "Duricha". Nebeneinander und sichtlich beschädigt lag das ungleiche Gespann gestern im Rhein an der Verlademauer des Chempark-Hafens. Die Wasserschutzpolizei und Sachverständige versuchten derweil zu klären, wie es zum glimpflich verlaufenen Schiffsunglück in der Nacht zuvor kommen konnte. Die Hauptfrage dabei wird sein, ob menschliches Versagen oder ein technischer Defekt verantwortlich waren für den Zusammenstoß der Schiffe.

Ins Heck und an die Verlademauer

Die "Duricha" lag an der Kaimauer des Hafens still. 200 Tonnen schwere Container für den Chempark waren bereits am Vortag entladen worden. Mit Salz an Bord war der Frachter rheinaufwärts unterwegs Richtung Linz. Dabei fuhr er aus bislang unbekannten Gründen gegen 0.15 Uhr in das Heck des leeren Container-Riesen und in die Kaimauer. Menschen kamen zwar nicht zu Schaden und nach ersten Untersuchungen blieb auch die Mauer heil. Aber an ein Weiterfahren war in beiden Fällen nicht zu denken. Die Wasserschutzpolizei verbot den Kapitänen sogar die Weiterfahrt. Und das aus gutem Grund.

Die "Leho 3" war schwer gezeichnet von dem Zusammenstoß. Der Bug hatte schweren Schaden genommen. Er wies auf der Backbordseite im Bereich des Vorpeaks ein 60 mal 40 Zentimeter großes Loch auf. Beide Buganker haben etwas abbekommen und beide dazugehörigen Klüsen sind verbogen. Weniger offensichtlich, doch ebenso schwerwiegend waren die Schäden an der "Duricha", deren Ruderanlage der Frachter getroffen hat. Auf der Steuerbordseite standen beide Ruderblätter quer. Beide Ruderschäfte sind ausgebrochen. Auch die Hydraulik wurde in Mitleidenschaft gezogen. Das Heck ist beschädigt – inklusive der Ankeranlage.

Von der Chempark-Kaimauer weg können beide Schiffe nur geschleppt werden. "Dazu müssten sie von einem anderen Schiff längsseits genommen werden. Alles andere wäre zu gefährlich", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Die Schifffahrt war durch den Unfall genauso wenig beeinträchtigt wie die Ladetätigkeit im Chempark-Hafen. Nur das für gestern morgen geplante Beladen der "Duricha" musste natürlich ausfallen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Unglück am Chempark-Kai


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.