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Leverkusen
Zu wenig Platz für Sozialwohnungen

Leverkusen: Zu wenig Platz für Sozialwohnungen
Die große Ausnahme: Während in der Stadt die Flächen knapp werden, stehen auf der Westseite der Bahnstadt (links der Bahngleise) in Opladen ab 2018 drei Hektar für Wohnungsbau zur Verfügung. FOTO: Bahnstadt
Leverkusen. Nachdem in 2014 nur drei Mietwohnungen in Leverkusen öffentlich gefördert wurden, steigt die Zahl zwar inzwischen deutlich an. Allerdings fehlt es in der Stadt an geeigneten Flächen, um den Bedarf an günstigen Wohnungen zu decken. Von Susanne Genath

Günstige Wohnungen sind knapp. Die Chemiestadt hatte deshalb schon im Jahr 2013 in ihrem Handlungsprogramm "Zukunft Wohnen in Leverkusen" vorgesehen, dass mithilfe von Landesfördermitteln jährlich rund 50 neue Sozialwohnungen entstehen sollen. Doch davon war sie ein Jahr später weit entfernt. 2014 wurden dem aktuellen Wohnungsbaubericht zufolge lediglich drei Mietwohnungen und sieben Eigentumswohnungen öffentlich gefördert.

Kein Anlass zur Sorge, beruhigt die städtische Wohnungsbauförderung. "Der Trend verändert sich schon wieder", teilt Stadtsprecherin Heike Fritsch auf Anfrage unserer Redaktion mit: "2015 wurden 59 Mietwohnungen und drei Eigentumsmaßnahmen gefördert. Und für 2016 scheint sich der Trend - gemessen an den Antragsankündigungen - fortzusetzen."

So steigen die Mieten in den Städten FOTO: dpa, Wolfgang Kumm

Im Rahmen des Wohnungsbauförderprogramms NRW stünden pro Jahr ungefähr sieben Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. 2015 sei der Fördertopf komplett ausgeschöpft worden. "Das Interesse am geförderten Wohnungsbau scheint wieder zu wachsen", sagt Fritsch. Nach Angaben der städtischen Abteilung Liegenschaften machten die niedrigen Zinsen den frei finanzierten Wohnungsbau ohnehin attraktiv.

"Flächen für Neubau sind in Leverkusen allerdings rar", erklärt Fritsch. Zurzeit seien vier größere neue Baugebiete in Planung. Fritsch: "Mit der Westseite der neuen Bahnstadt werden dort ab 2018 etwa drei Hektar für Wohnungsbau zur Verfügung stehen." Die Stadt mache die entsprechenden Gebiete baureif. "Investoren sind in Leverkusen ausschließlich private Investoren oder die Bauvereine und Genossenschaften."

Zum Beispiel die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL). Sie errichtet nach Angaben von Klaus-Ulrich Heimann mehr Sozialwohnungen als frei finanzierte Wohnungen. "In Manfort ist der Neubau an der Luisenstraße abgeschlossen", sagt er. "An der Helenenstraße stehen wir kurz vor Baubeginn. Und am Königsberger Platz in Rheindorf scharren wir mit den Hufen und wollen mit dem Bau der 60 Wohneinheiten so früh wie möglich starten." Dasselbe gelte für das Neubauvorhaben in Opladen an der Gerhard-Hauptmann-/Ecke Kantstraße. Die WGL nutze öffentliche Fördermittel bei Neubauten gerne. "Es stehen aber nicht genügend geeignete Grundstücke zur Verfügung", erklärt Heimann.

Das hat die Stadt ebenfalls schon festgestellt. Im Handlungsprogramm "Zukunft Wohnen in Leverkusen" heißt es, die derzeitigen Flächen reichten nicht aus, um den zusätzlichen Bedarf an Geschosswohnungen - nämlich 3100 - bis 2030 zu decken. Die vorhandenen Potenzialflächen für den Geschosswohnungsbau in Höhe von 9,2 Hektar ließen maximal den Bau von 750 Geschosswohnungen zu. Bis 2030 müssen 1000 neue Geschoss-Sozialwohnungen entstehen, um wegfallende geförderte Wohnungen zu kompensieren.

Die Stadt will durch Quotenvorgaben Einfluss auf Neubauten nehmen. So sieht das Handlungskonzept vor, dass ab Neubauvorhaben mit mindestens zehn Wohnungen 20 Prozent davon öffentlich gefördert werden, bei Vorhaben mit über 20 Wohnungen beträgt die Quote 25 Prozent Sozialwohnungen. Auf den heute bestehenden Potenzialflächen können maximal 250 geförderte Wohnungen entstehen.

Quelle: RP
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