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Meerbusch
Das Silber ist geputzt

Meerbusch: Das Silber ist geputzt
Mundschenk Richard Grimm (re.) kontrolliert mit seiner Lupe, ob Minister Josef Arts, Präsident Karl-Heinz Rütten, Marlene Arts, Jungschützenkönig Henry Birgels, Minister Matthias Vieten und seine Lebensgefährtin Christine Stoffers, Königin Dagmar und König Karl-Wilhelm Steinfort das Silber auch wirklich richtig putzen. FOTO: Falk janning
Meerbusch. Der erste offizielle Termin für das Strümper Königshaus ist traditionell das Silberputzen. Seine Majestät König Karl-Wilhelm Steinfort und Königin Dagmar luden jetzt in den Garten der Königsburg. Von Falk Janning

Die Vorfreude auf das Strümper Schützenfest wächst von Tag zu Tag. Bald zieht nach drei langen Jahren Pause wieder der Festzug durchs Dorf. Seine Majestät König Karl-Wilhelm Steinfort und Königin Dagmar luden jetzt zum traditionellen Silberputzen in den Garten ihrer zukünftigen Königsburg an der Liegnitzer Straße ein. Unter den Gästen waren neben dem Vorstand des Heimat-und Schützenverein Strümp 1865 und der Generalität auch die früheren Könige. Der älteste ehemalige Machthaber, der zum Silberputzen kam, war der 85-jährige Hans Wirtz, der 1971 regiert hatte. Im prachtvoll geschmückten Garten schwelgten er und die übrigen früheren Majestäten in Erinnerungen an die eigene Regentschaft.

Das Hauptaugenmerk lag an diesem Abend aber auf dem prachtvollen Königssilber, denn zum bevorstehenden Heimat-und Schützenfest soll es wieder glänzen. Es ist für die Bruderschaft von großem ideellen Wert und der ganze Stolz, schließlich zeugt es von der langen Tradition. Es wird in einer hölzernen Kiste im Tresor einer Bank aufbewahrt und zum Feste alle drei Jahre feierlich herausgeholt.

Richard Grimm, der Mundschenk des Königshofes, machte sich daran, den kostbaren Schatz zu säubern. Hilfe bekam er dabei vom Königspaar, von den Ministern Matthias Vieten und Josef Arts sowie vom Jungschützenkönig Henry Birgels. Sie rieben mit feinen Putztüchern ehrfürchtig über den Schatz, der während der vergangenen knapp anderthalb Jahrhunderte auf acht Kilogramm angewachsen ist. Das Silber ist das Gedächtnis der Bruderschaft und verrät die Namen der Regenten, denn fast jeder aus der 150-jährigen Historie ist mit einer Plakette vertreten - lediglich drei fehlen. "Wir wissen nichts über deren Verbleib. Vielleicht wurden mangels Geld gar keine Plaketten angefertigt, möglicherweise wurden sie aber auch gestohlen", sagt Präsident Karl-Heinz-Rütten.

Für den schwärzlichen Belag auf dem Silber, den man auch mit einem Silberlöffel im Frühstücksei erzeugen kann, sorgt feuchte Luft: Silber läuft an, wenn es sich mit Schwefelwasserstoff verbindet. Grimm hat ein Mittel dabei, mit dem er den Belag entfernen kann, ohne das Blech mechanisch und wild zu behandeln, denn das würde nach und nach die Stärke reduzieren. Nach der Säuberung und Politur sehen die Platten dann wie neu aus. Blitzblank geputzt nahm Mundschenk Michael Grimm sie nachher wieder in seine Obhut, um sie in der Kiste zu lagern. Ihre Stunde kommt bald. Dann trägt der König sie durch die Straßen.

Bis dahin ist noch viel zu tun. Am 16. August folgt mit dem Treffen der Kompaniekönige der nächste Termin. Und dann beginnt auch schon der Bau der Königsburg. "Von Tag zu Tag steigt die Freude - aber auch die Nervosität", sagt der König.

Quelle: RP
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