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Meerbusch
FDP scheitert mit Windel-Vorschlag

Meerbusch. Windelsäcke für Familien - die FDP-Idee fand keinen Anklang. Von Sebastian Peters

Einen ungewöhnlichen Vorschlag zur Unterstützung von Eltern mit kleinen Kindern hat die Meerbuscher FDP unternommen. Im Umweltausschuss schlug FDP-Ratsherr Christian Welsch vor, kostenlos Windelsäcke an Familien von Kleinkindern zu verteilen. Die Säcke sollten dann zusätzlich neben den normalen Hausmüll gestellt werden können. Genutzt werden könne dieses Angebot auch von Haushalten, in denen Personen mit Inkontinenz gepflegt werden, argumentierte Welsch. Der Verwaltung erteilte er einen Prüfauftrag.

Weil in Meerbusch ohnehin derzeit ein neues Abfallkonzept für die Jahre 2017 bis 2024 entwickelt wird, sah die FDP eine Chance für eine familienfreundliche Neuerung.

Welsch, selbst kein Familienvater, verweist auf das Beispiel der Stadt Viersen. Dort erhalten Familien bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr des Kindes pro Jahr 20 Windelsäcke, die neben die Graue Tonne gestellt werden können. Die Stadt Viersen gewährt weiterhin eine Ermäßigung auf die zu zahlenden Abfallgebühren in Höhe von 15 Euro je Kalenderjahr, wenn in Fällen häuslicher Pflege wegen Inkontinenz Einwegwindeln verwendet werden und sich so die Abfallmenge erhöht. Die Ermäßigung wird nach einer Bestätigung des behandelnden Arztes ausgezahlt.

Die Meerbuscher Verwaltung riet der Politik, beim bisherigen Modell zu bleiben, dass Windeln mit dem Hausmüll entsorgt werden müssen. Wie Dezernent Frank Maatz im Ausschuss mitteilte, gebe es in Viersen Unzufriedenheit mit dem bestehenden Modell. Die Kosten würden aus dem allgemeinen Haushalt getragen. "Sowohl rechtliche als auch tatsächliche Gründe sprechen für Meerbusch dagegen", sagte Maatz. "Wer Müll verursacht, muss auch dafür aufkommen." Daniel Meffert (CDU) wies darauf hin, dass Personen, die an Inkontinenz leiden, stigmatisiert würden, wenn sie Windelsäcke vor die Tür stellen sollen.

Quelle: RP
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