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Meerbusch
Kirchengemeinden sollen 30 Prozent mehr an Kirchenkreis bezahlen

Meerbusch: Kirchengemeinden sollen 30 Prozent mehr an Kirchenkreis bezahlen
Die Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden in Meerbusch schließen Auswirkungen der Umlage-Erhöhung vor Ort aus (von links): Heike Gabernig, Wilfried Pahlke, Ute Saß, Birgit Schniewind und Gerhard Saß. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Meerbuschs Pfarrer betonen: Das Angebot der drei evangelischen Kirchengemeinden vor Ort bleibt auch 2016 voll erhalten Von Jens Voss, Jörg Janßen und Martin Röse

Die Kreisumlage für die evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Krefeld-Viersen wird um fast ein Drittel von 3,3 auf 4,3 Prozentpunkte erhöht. Dies hat die Herbstsynode des Kirchenkreises beschlossen. Mit der Umlage finanzieren die evangelischen Kirchengemeinden die Aufgaben, die der Kirchenkreis für die Gemeinden erledigt.

Zugleich stellte die Synode die Weichen für Reformen: "Die Verwaltungsarbeit wird kräftig durchgebürstet und umstrukturiert", kündigte Superintendent Burkhard Kamphausen gestern bei der Vorstellung der Synodenbeschlüsse an.

Der Haushalt für das Kreisverwaltungsamt umfasst 6,3 Millionen Euro - bei einem Defizit von rund 700.000 Euro. Zum Ausgleich werden die Kreisumlage erhöht und 424.000 Euro aus der Rücklage entnommen.

"Das kann auf Dauer nicht so weitergehen, dass die Rücklage aufgezehrt wird", sagte Wilfried Pahlke, Pfarrer der 4427 Seelen zählenden Büdericher Kirchengemeinde. "Da muss dringend etwas getan werden." Pahlke enthielt sich bei der Abstimmung über den Kreishaushalt. Sorgen, dass das Angebot vor Ort eingeschränkt wird, müssten sich die Gläubigen aber nicht machen, betonte er. "Wir rechnen mit steigenden Kirchensteuereinnahmen im kommenden Jahr."

Im Durchschnitt steigt die Kreisumlage gegenüber 2015 pro Gläubigem um 2,59 Euro an. In Büderich macht das grob einen Betrag von 11.500 Euro aus, in Lank mit 4882 Gemeindegliedern 12.600 Euro und in Osterath mit 2998 Gläubigen knapp 7800 Euro.

Heike Gabernig, seit 23 Jahren Pfarrerin der Lanker Kirchengemeinde, steht hinter der deutlich steigenden Umlage. "Wir wollen Pfarrer an Schulen, in Krankenhäusern und in Gefängnissen. Und diese Stellen werden - jedenfalls teilweise - über den Kirchenkreis finanziert. Da müssen und wollen wir an einem Strang ziehen", sagte die Theologin. Niemand müsse den Gürtel spürbar enger schnallen oder gar Angst vor dem Auslaufen wichtiger Projekte in Lank haben. Auch Gerhard Saß, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Osterath, sieht die Erhöhung der Kreisumlage gelassen. "Bei der Synode gab es keinen Aufschrei." Bereits vor drei Jahren habe die Kreisumlage bei 4,3 Prozent gelegen. "Auswirkungen auf das Angebot vor Ort wird das nicht haben."

Noch sprudeln die Kirchensteuereinnahmen, doch ist absehbar, dass sie sinken - hauptsächlich aus demografischen Gründen: "Wir haben deutlich mehr Beerdigungen als Taufen", sagt Kamphausen. Die Gemeindegliederzahlen gehen pro Jahr um ein Prozent zurück. Zurzeit kommt im Schnitt ein Pfarrer auf 2500 Gläubige.

Bis zur Herbstsynode 2016 soll nun ein Konzept für Aufgaben, Personal und Kosten vorgelegt werden. Kamphausen: "Es wird darum gehen, dass wir dort nicht zu viel hineinstecken"; die Gemeinden achteten sehr darauf. Zurzeit sind beim Kreis 58,57 Stellen angesiedelt - für Verwaltungsaufgaben, inhaltliche Referate oder übergemeindliche Pfarrstellen.

Quelle: RP
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