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Meerbusch
Kommen zu wenig Jugendliche ins Jugendcafé?

Meerbusch. Politiker im Jugendhilfeausschuss diskutierten auf Grundlage der Zahlen von 2014 über das JuCa Osterath. Von Maike Billen

Der Jahresempfang der Stadt, die Feier zum 60. oder 20. Geburtstag, Begegnungstreffen mit Flüchtlingen oder die Kinderdisco - das Jugendcafé in Osterath (JuCa/Halle 9) spricht seit der Eröffnung im Dezember 2013 mehr Zielgruppen als ursprünglich geplant an. Das sehen aber weder der OBV Meerbusch als Träger noch die Stadt kritisch. Das JuCa erfülle den Zweck einer "Gemeinweseneinrichtung", so der Erste Beigeordnete der Stadt Frank Maatz im Jugendhilfeausschuss. Die Verwaltung berichtete auch über die Betriebskosten. Während 2013 Ausgaben in Höhe von 41.462 Euro Einnahmen von 27.266 Euro gegenüberstanden, konnte das JuCa im Folgejahr ein Plus von 1585 Euro verzeichnen. Die Zuschüsse lagen bei 172.000 Euro, Erlöse durch Eintrittskarten, Getränkeverkauf und Vermietung betrugen rund 25.952 Euro. Daten für 2015 liegen noch nicht vor.

Bis zum Dezember 2014 gab es eine Kooperationsvereinbarung des OBV Meerbusch und der Musikszene Meerbusch, die für das kulturelle Programm zuständig war. Der Musikszene standen Zuschüsse in Höhe von 59.583 Euro, Spenden von 17.050 Euro und Ticketerlöse von 9920 Euro zur Verfügung. Am Ende aber verbuchte der Verein ein Minus von rund 2364 Euro - ein Grund für den Ausstieg, erklärte damals Ralf Zenker von der Musikszene. Die gestaltete das Abendprogramm so, dass die Bands und Künstler auch Erwachsene erreichen sollten. Das ging allerdings nicht auf. Auch die Jugend hätte die Location nicht gut angenommen, beklagte Ralf Zenker. Von diesem Rückschlag sprach im Ausschuss niemand. Der Vereinsvorsitzende des OBV Meerbusch, Jürgen Eimer, sagte: "Die Besucherzahlen 2015 sind im Vergleich zu 2014 mit 6500 konstant geblieben." Eimer, der auch Mitglied der SPD-Fraktion ist, sagte: "Alle Nicht-Jugendlichen fernzuhalten ist keine Lösung." Das Programm soll zwar noch stärker auf das Interesse junger Altersstufen zugeschnitten werden, die Räumlichkeiten aber weiterhin anderen Gruppen wie Sportvereinen oder gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung stehen. Frank Maatz: "Als Stadt können wir zufrieden sein, dass sich die Einrichtung auf den jeweiligen Bedarf einstellt." Das JuCa stehe schließlich mit anderen Freizeitangeboten für Jugendliche in einem Konkurrenzkampf. Dazu zählten Sportvereine oder die Musikschule. CDU-Politiker Jörg Wartchow: "Ein ,fremder' Nutzungsanteil ist immer noch besser als eine leere Halle."

Ralph Jörgens (FDP) stellte in Frage, die städtischen Zuschüsse allein aus dem Etatbereich Jugendhilfe zu zahlen: "Es geht nicht darum, die Gesamtsumme zu kürzen. Doch das für die Jugend budgetierte Geld geht sonst nicht nur an Jugendliche." Guido Fliege (Bündnis 90/Die Grünen): "Das wäre angemessen, wenn wir das JuCa anders ausrichten wollten." Man sollte diskutieren, wie man die Jugendlichen besser erreicht. Georg Neuhausen von der SPD-Fraktion forderte Geduld: "Solche Einrichtungen brauchen Zeit, akzeptiert zu werden." Der Ausschuss wird das Thema nach der Sommerpause erneut behandeln.

Quelle: RP
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