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Meerbusch
Senioren: Immer seltener Unfallopfer

Meerbusch: Senioren: Immer seltener Unfallopfer
Polizist Franz-Josef Baumeister (links) zeigt den Zuhörern eine ausgerollte Folie, die einen Reaktions- und Bremsweg eines Autos darstellen soll. Damit macht er auf die schnellen Gefahren aufmerksam, die im Straßenverkehr lauern. FOTO: Christoph Reichwein
Meerbusch. In Meerbusch nimmt die Zahl der über 65-Jährigen, die bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt werden, seit vier Jahren stetig ab. Mit ein Grund dafür sind Verkehrssicherheitstrainings. Gestern startete die Aktionswoche "Senioren sicher im Sattel" in Büderich Von Niklas Vogel

Auch wenn der Anteil der Meerbuscher über 65 Jahren stetig steigt, sinkt seit Jahren die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Senioren: Im Jahr 2011 waren es noch 43 verletzte und getötete Senioren. 2012 dann 37, 2013 erneut ein leichter Rückgang auf 36. Im vergangenen Jahr sank die Zahl erneut - auf 27.

Im fünfjährigen Durchschnitt sind Senioren in Meerbusch nach Angaben der Polizei in knapp 100 der 476 Verkehrsunfälle pro Jahr aktiv verwickelt. Bei einem Bevölkerungsanteil von knapp 22 Prozent ist das leicht überdurchschnittlich. Die meisten Unfälle mit Beteiligung von Senioren passieren mit dem Auto, auf Platz zwei: Fahrradunfälle.

Genau da greift die Aktionswoche "Senioren sicher im Sattel" an, die gestern in Büderich startete und bis Ende der Woche in weiteren Stadtteilen fortgesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein Fahrradtraining speziell für Senioren - eine Kooperation der Stadt Meerbusch mit der Polizei und der Verkehrswacht. Das Training, bestehend aus einem theoretischen und einem praktischen Abschnitt, soll Senioren das richtige Verhalten auf Fahrrädern im Straßenverkehr erleichtern. "Vor allem das falsche Abbiegen oder die Missachtung von Vorfahrtsregeln sind die maßgeblichen Ursachen für Fahrradunfälle", erklärt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Das Training soll den Senioren deshalb ein besseres Gefühl für das Fahrradfahren vermitteln und auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.

Die betroffene Altersgruppe nimmt dieses Angebot mit Freude an. Franz-Josef Baumeister, Verkehrsberater der Polizei Neuss, legt den Schwerpunkt seiner Vorträge in diesem Jahr auf Geschwindigkeitsabschätzungen und Bremswege. "Sehen und gesehen werden, ist das Stichwort", sagt der Polizist. Denn sowohl das stupide Überqueren einer Straße als auch das Abbiegen auf dem Zweirad kann gefährlich werden. Um typische Unfallursachen wie diese zu vermeiden, startet Baumeister seine Präsentation mit Informationen zur gesetzlichen Radwegnutzung. Die Bedeutung verschiedener Straßenschilder spielt eine ebenso wichtige Rolle. Denn schon das Beachten von Schildern und Regeln kann die Teilnahme am Straßenverkehr erleichtern.

Mit einer 28 Meter langen Folie, die der Polizist mit seinem Kollegen Josef Görgens auf dem Boden ausrollt, soll der Reaktions- und Bremsweg eines Autos dargestellt werden. Mit Hilfe dieser soll den Zuhörern gezeigt werden, welche Folgen Unaufmerksamkeit auf dem Fahrrad haben kann. "Ich bin zum ersten Mal bei dieser Aktion dabei. Es interessiert mich einfach, wie ich mich auf dem Fahrrad richtig zu verhalten habe", sagt Anne Lanzmich (73). Ihr Mann fügt hinzu: "Man kann immer dazu lernen."

Auch der Umgang mit dem Fahrrad selbst wird trainiert. Fahrradhändler aus der Region unterstützen die Aktionswoche und stellen den Teilnehmern Räder und Helme für das Training zur Verfügung. Darunter auch seniorengerechte Fahrräder oder die so genannten E-Bikes.

Neben den Trainingsangeboten besteht auch die Möglichkeit, bei entsprechenden Tests das eigene Reaktions- und Sehvermögen zu testen. Die Polizei bietet außerdem eine Codierung des Fahrrads an. Dabei wird ein Aufkleber mit einer bestimmten Kennung auf dem Fahrrad angebracht, welche zudem bei der Polizei Neuss registriert wird. So sollen auch die Fahrgeräte an sich vor Diebstählen geschützter sein. Noch bis Freitag dauert die Aktion, die jeden Tag in einem anderen Stadtteil stattfindet. Von 14 bis 17 Uhr können sich Senioren vor Ort zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr beraten lassen.

Quelle: RP
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