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Mettmann
Alte Wegweiser führen in die Irre

Mettmann: Alte Wegweiser führen in die Irre
Autofahrer, die von der Flurstraße kommen, werden an der Bergstraße/Elberfelder Straße immer noch anstatt über den Südring durch die Innenstadt zur Autobahn geführt. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. IHK-Experte Thomas Vieten kritisiert außerdem die Parksituation in der Innenstadt. Von Christoph Zacharias

Thomas Vieten, Verkehrsexperte der IHK Düsseldorf, hat die Verkehrssituation in Mettmann unter die Lupe genommen. Seine Ergebnisse trug er bei einem Wirtschaftstreffen im Road Stop vor. Zunächst beleuchtete Vieten den Ist-Zustand. Mettmanns Vorteile: die zentrale Lage zwischen Bergischem Land und Rheinland, eine gute Anbindung an Autobahnen (A3, A535, A44, A46), der Flughafen schnell erreichbar, gute ÖPNV-Verbindung nach Düsseldorf. Aber: hohe Verkehrbelastung innerhalb der Innenstadt.

35 Prozent des Autoverkehrs in Mettmann wird durch den Berufsverkehr erzeugt - übrigens mehr Ein- als Auspendler -, der Rest ist Binnenverkehr. "Das bedeutet, Menschen fahren mit dem Auto zum Einkauf, zu einer Behörde, zum Arzt oder nutzen das Auto für die Freizeit."

Die "Reisezeit" mit dem Auto ist übrigens in Mettmann extrem kurz. im Mittel werden drei Kilometer zurückgelegt. In Ratingen, so Vieten, sind die Wege wesentlich länger. Der IHK-Experte brach in diesem Fall eine Lanze für das Rad. Allerdings räumte er ein, dass die Topographie Mettmanns das Radfahren nicht gerade begünstige. Die Zuhörer äußerten in diesem Zusammenhang Kritik an den Radwegen in der Kreisstadt. Wilhelm Seibel: teilweise schlecht ausgebaut, nicht verbunden und bisweilen sehr gefährlich.

Wenig hat sich am Tenor der Geschäftskunden-Befragung der IHK aus dem Jahr 2014 geändert: Kritisiert werden nach wie vor die Parkplatzsituation, die hohe Zahl der Baustellen und die Verkehrsführung.

Vieten hat selbst erlebt, wie er als Autofahrer in Mettmann in die Irre, beziehungsweise in kleine Nebenstraßen geleitet wurde. Dies lag aber nicht nur an der schlechten Beschilderung, sondern auch am Navigationssystem. Apropos Navigationsgeräte: Lastwagen fahren nach wie vor den kürzesten Weg, um in Mettmann von A nach B zu kommen. Also mitten durch die Stadt. Die Südumgehung oder die Osttangente werden kaum, beziehungsweise viel zu wenig genutzt. Dies führe immer wieder zu Staus und gefährlichen Situationen in der Innenstadt. Die Stadt beteiligt sich an einem IHK-Projekt, dass besonders die Navis für Lkw verbessern und den aktuellen Verkehrsstrukturen anpassen soll. Aber: "Die Lkw werden weiter den kürzesten Weg fahren", sagte Dezernent Kurt-Werner Geschorec. Vieten sprach noch das neue Verkehrskonzept an (Sperrung Schwarzbachstraße, Abkopplung Flintrop-Straße, Anliegerverkehr Breite Straße etc). Dies führe - unter Berücksichtigung eines Gesamtverkehrsplans - zu einer Entlastung der Innenstadt. Es dürfe aber nicht zu einer gänzlich autofreien Innenstadt führen. "Die Erreichbarkeit muss sichergestellt werden." Gast Jürgen Jülich wollte wissen, ob die Ampelschaltung verbessert werde. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes ja, aber von einer Grünen Welle könne man nur bedingt sprechen, da zu viele Querverkehre in Mettmann bestehen. Fazit und Forderungen: Parkplatzsituation und Baustellenplanung- und -kommunikation verbessern. Wirtschaftsverkehr und Ladezonen berücksichtigen, Ausschilderung/Wegweisung der Innenstadt und der Gewerbegebiete überarbeiten und weitere Unterstützung der Regiobahn bei Ausbau und Elektrifizierung.

Quelle: RP
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