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Mettmann
Bismarckstraße bleibt Sorgenkind

Mettmann: Bismarckstraße bleibt Sorgenkind
Auf der ehemaligen Einkaufstraße gibt es so gut wie kaum noch Geschäfte. Hausbesitzer sind teilweise dazu übergegangen, aus leer stehenden Ladenlokalen Wohnungen zu machen, weil sie sich wesentlich besser vermieten lassen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Nach wie vor gibt es viele Leerstände. Die Stadt soll ein Konzept zur Förderung des Einzelhandels erstellen. Von Christoph Zacharias

Die Bismarckstraße bleibt ein Sorgenkind: viele Leerstände, geringer Einzelhandel, zu wenige Parkplätze für Kunden, verbesserungswürdiges Erscheinungsbild.

Hinzu kommt, dass die Bismarckstraße nicht in das Förderprogramm zum Integrierten Handlungskonzept 2017 aufgenommen wurde. Ursprünglich sollte am Kreisverkehr in der oberen Bismarckstraße ein neuer Platz entstehen, auf dem die alte Straßenbahn stehen könnte und eventuell ein Café platziert wird. Doch die Planung verschwand erst einmal in der Schublade. Die Verwaltung schichtete um: Das Geld soll für die Neugestaltung der Schwarzbachstraße verwandt werden.

Die CDU hatte deshalb im Wirtschaftsförderungsausschuss den Antrag gestellt, dass die städtische Wirtschaftsförderung aktiv wird und ein "Sofortprogramm zur Stärkung und Belebung des Einzelhandels auf der gesamten Bismarckstraße" anbietet.

Birgit von Billerbeck von der Wirtschaftsförderung hatte deshalb die Eigentümer der Leerstände angeschrieben und Gespräche angeboten. Nur zwei hätten sich gemeldet. Beide teilten mit, dass sie keinen Gesprächsbedarf hätten. Woran liegt das: "Vielleicht können die Eigentümer ihre Immobilie nicht umbauen, weil sie kein Geld haben", mutmaßte Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec.

Vorsitzender Raimund Lukannek (v.r.) begrüßte Erkraths stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding, den Referenten Jean-Pierre de Vera und Kreisdechant Daniel Schilling. FOTO: Dietrich Janicki

Für die SPD und auch die FDP ist klar, dass die Bismarckstraße künftig als Einkaufsstraße keine Zukunft hat. Zu weit weg vom Zentrum, keine Laufkundschaft. Schon seit Jahren vollzieht sich auf der Bismarckstraße ein Wandel. Leerstände werden zu Wohnungen umgebaut oder bleiben eben leer. Ein trostloses Bild. Der Trend zu Wohnungen wird vermutlich anhalten. "Wir hatten uns schon früher dafür eingesetzt, die Bismarckstraße zu einem Wohnquartier umzuwidmen", sagte Lutz Kreitmann (FDP). Außerdem sollten sich dort Dienstleister für Gesundheit ansiedeln, betonte Andrea Rottmann (SPD. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen, um Wohnungen zu bauen, so Geschorec, seien auf jeden Fall gegeben.

Die Politik und die Verwaltung hätten nur einen geringen beziehungsweise keinen Einfluss, die Leerstandsmisere zu beheben. Das sei Privatsache, sagte Frank Sicking (SPD). Gespräche mit Eigentümern seien dennoch wichtig. So sind den Ausschussmitgliedern die beiden Spielhallen am Anfang der Bismarckstraße ein Dorn im Auge. Sie werden laut eines neuen Erlasses - zwei Spielhallen müssen mindestens 350 Meter entfernt sein und einen großen Abstand zu Schulen aufweisen - vermutlich keinen Bestand haben. "Wir müssen mit den Eigentümern der Immobilien sprechen, damit dort eine ansprechende Alternativlösung gefunden wird", hieß es im Ausschuss.

Die CDU zog ihren Antrag nach langer Diskussion schließlich zurück. Apropos Leerstände: Die Wirtschaftsförderung hat Kontakt zu dem Eigentümer der Ladenpassage an der Florastraße aufgenommen. Der Edeka-Markt ist ausgezogen. Möglicherweise schließt ein weiteres Geschäft in unmittelbarer Nähe. "Wir haben 25 Adressaten angesprochen", sagt Birgit von Billerbeck. "Alle haben gesagt, sie hätten kein Interesse". Die Verkaufsfläche sei zu klein, es fehlten Parkplätze und Laufkundschaft man werde aber an dem Thema dranbleiben.

Quelle: RP
 
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