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Erkrath
Die Ästhetik des Maroden

Düsseldorf. Die Bilder von Helene Adolphs erzählen Geschichten aus bewegter Vergangenheit. Ihre erste eigene Ausstellung präsentiert die ambitionierte Freizeitmalerin in der Caritas-Begegnungsstätte Gerberstraße in Erkrath. Von Ulla Pantel

"Gerade Linien und glatte Flächen sind langweilig", findet Helene Adolphs. Als Bildmotive schätzt sie die Ästhetik des Maroden. Abgeblätterte Farben, krumme Hauswände und alte Boote erzählen in ihren Bildern Geschichten aus bewegter Vergangenheit. "Man sieht daran, dass nichts still steht, dass immer etwas in Bewegung ist." Die ambitionierte Freizeitmalerin zu bewegen, endlich ihre Bilder in einer Ausstellung zu zeigen, war allerdings offenbar gar nicht so einfach. Selbst einmal im Mittelpunkt zu stehen, fand sie äußerst gewöhnungsbedürftig. "Normalerweise stehe ich immer auf der anderen Seite. Ich bin für die Öffentlichkeitsarbeit der Caritas zuständig", erzählte sie.

Doch nun schmücken ihre zahlreichen Werke fast alle Räume der Erkrather Caritas-Begegnungsstätte Gerberstraße und geben allen Recht, die an der Überredung beteiligt waren. Nicht nur abgeblätterte Hauswände, sondern auch Landschaften und Stadtlandschaften, friedliche Abendstimmungen und Stillleben sind dort zu sehen. Auch ihre Familie hat Helene Adolphs auf einigen ihrer Acrylbilder verewigt. Die leuchtenden Farben blühender Tulpen setzt sie auf interessante Weise in Szene.

Mit der Kamera auf Motivsuche

Viel Zeit für ihr Hobby bleibt der berufstätigen Mutter von drei Kindern nicht. Ihre Bildmotive hat sie zum großen Teil bei Urlaubsaufenthalten auf holländischen und deutschen Nordseeinseln mit dem Fotoapparat gesammelt. Zu Hause werden sie auf künstlerische Weise ausarbeitet. Dabei dienen die Motive lediglich als Anhaltspunkte. "Ich könnte auch hier geeignete Motive finden, aber dazu fehlt mir im Alltag die Zeit und die Ruhe." Freie Stunden an Wochenenden nutzt sie lieber zum Malen. "Je mehr ich mich mit der Malerei beschäftige, um so mehr entwickelt sie sich zu einer echten Leidenschaft." Helene Adolphs hat von Jugend an viel gezeichnet. Lange hatte sie sich mit Akt-, Objekt- und perspektivischem Zeichnen beschäftigt. Erst 2003 entdeckte sie schließlich die Acrylmalerei für sich und damit auch die Faszination der Farben. "Es ist total spannend zu sehen, was passiert, wenn verschiedene Farben aufeinander treffen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und wie sie die Stimmung eines Motivs verändern können."

Seit 2006 ist Helene Adolphs Mitglied der Gruppe 10 in Wuppertal. Professionelle Anleitung erhält sie dort von der Kunstakademie-Absolventin Ruth Bussmann. Die freie Künstlerin hatte wesentlichen Anteil daran, dass Helene Adolphs sich traut, ihre Bilder öffentlich zu zeigen. "Das ist wirklich berechtigt, die Bilder sprechen für Sie", lobte eine kompetente Besucherin bei der Eröffnung.

Quelle: RP
 
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