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Mettmann
Flüchtlinge treffen Mettmanner

Mettmann. Bei der Arbeiterwohlfahrt gibt es regelmäßig Begegnungsfeste. Zu jedem Treffen kommen mehr Gäste, denn das Angebot spricht sich rum. Von Rabea Gruber

In den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) können Flüchtlinge und Ehrenamtliche gemütlich miteinander ins Gespräch kommen: Der Verein "Mettmann gegen Rechts" und die Arbeiterwohlfahrt luden wieder zum Begegnungsfest. Bis zu 100 Gäste zählen die Veranstalter bei jedem Termin.

"Die Tendenz ist da auf jeden Fall steigend", sagt Hans Duncker, Ortsvereinvorsitzender der Awo. Ali Kuran fügt hinzu: "Wer einmal hier war, erzählt davon und bringt beim nächsten Mal noch ein paar Leute mit. So wächst die Veranstaltung immer mehr." Den Flüchtlingen Ängste zu nehmen, ist für das langjährige Mitglied des Integrationsrats die wichtigste Aufgabe. "Es wird so viel über Integration geredet. Aber ein Deutschkurs reicht da nicht. Wir müssen Flüchtlinge einladen, an unserem öffentlichen Leben teilzuhaben und Vertrauen aufzubauen", so Kuran. Es stehe außer Frage, dass dies nicht innerhalb weniger Wochen gelingen könne. "Wir brauchen Zeit und Geduld. Integration ist ein Prozess."

Einige Gäste machen vor, wie der Weg der Integration aussehen kann. Der Syrer Sameh Fares ist seit September in Mettmann. Mit seinem Freund Ali Shikhani war er unter anderem auf dem Blotschenmarkt und hat Karneval mitgefeiert. Wie ihnen die fünfte Jahreszeit gefallen hat? "Ganz anders als der syrische Karneval, aber auch gut", sagt Fares höflich und lacht. Er spricht bereits sehr gut Deutsch und kann für seine Landsmänner und -frauen dolmetschen.

Der Bedarf an Übersetzern ist groß - beim Besuch von Ämtern und Ärzten ebenso wie in der Freizeit. "Die Voraussetzungen sind da sehr unterschiedlich. Manche Flüchtlinge sprechen bereits Englisch, was sehr hilfreich ist, andere eben nicht", erzählt Anne Meyer. Sie hat im September begonnen, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Mittlerweile konnten alle ihre Schüler in andere Aufbaukurse wechseln. Den Kontakt hat sie aber aufrechterhalten und trifft ihre neuen Bekannten immer noch regelmäßig. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie auch bei der Wohnungssuche geholfen und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch Andreas Meyer betont, wie wertvoll gemeinsame Unternehmungen für das Einleben der Flüchtlinge sind. "Dadurch lernen sie nicht nur unsere Gepflogenheiten kennen, sondern auch die Stadt Mettmann. Nebenbei kann man Sprachkenntnisse vertiefen."

Das Fest hat sich als Ort der Begegnung etabliert. Die Awo und "Mettmann gegen Rechts" blicken erwartungsfroh in die Zukunft. "Die Kontakte zwischen Flüchtlingen, Bürgern und Ehrenamtlern wachsen immer weiter", freut sich André Bär, Vorsitzender des Vereins. "Es kann viel Mut machen, wenn man in der neuen Stadt Leute kennenlernt und auf der Straße gegrüßt wird."

Quelle: RP
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