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Neu in der Stadtbücherei
In diesem Roman tun sich Abgründe auf

Mettmann. Diesmal wird es rau, schonungslos und politisch. Bei der Suche nach gutem Lesestoff ist die Erkrather Bibliotheksleiterin Michaele Gincel-Reinhardt bei Antonio Ortuño fündig geworden. Die Geschichte ist abgründig, nichts für ein dahinplätscherndes Lesevergnügen.

Ort des Geschehens: Santa Rita, ein unbedeutendes Kaff im Süden Mexikos. In einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge auf dem Weg in die USA wird ein Feuer gelegt, dem zahlreiche Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fallen. Irma wird zur Untersuchung des Vorfalls zum lokalen Büro der Nationalkommission für Migration geschickt. Dort sind ihre Nachforschungen wenig willkommen und in einem Klima der Angst ist keiner der Überlebenden bereit, zu den Ereignissen in der Nacht des Anschlags auszusagen - bis auf die zwanzigjährige Yein, die zu Irmas einziger Zeugin wird.

Doch in einem Land, wo Zentralamerikaner allenfalls als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden und wo Behörden, Polizei und kriminelle Banden gemeinsam ein zynisches Geschäft betreiben, das noch den letzten Peso aus den Flüchtlingen herausquetscht, kann es tödliche Folgen haben, den Dingen auf den Grund zu gehen.

In diesem vielstimmig orchestrierten Roman porträtiert der mexikanische Autor Antonio Ortuño ein menschenverachtendes System, das die Schwächsten ausraubt, vergewaltigt, verbrennt und schließlich in Massengräbern verschwinden lässt.

ANTONIO ORTUÑO, DIE VERBRANNTEN, VERLAG ANTJE KUNSTMANN, 19,95 EURO

Quelle: RP
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