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Mettmann/Erkrath
Notfallseelsorge bleibt mobil

Mettmann/Erkrath: Notfallseelsorge bleibt mobil
Die Notfallseelsorger (v.l.) Christoph Dörpinghaus und Jürgen Draht (mit gelben Jacken) sitzen Probe in dem neuen Fahrzeug, das Georg Heinen (erkrath initial) und Christian Ehlers (Rotary Club Neandertal) ihnen übergeben. Jürgen Schumacher und Superintendent Frank Weber freuen sich mit ihnen. FOTO: Olaf Staschik
Mettmann/Erkrath. Der Rotary Club Neandertal, der Verein "erkrath initial" und die Firma Ernst Jüntgen übergeben ein zweites Einsatzfahrzeug. Jürgen Draht und Christoph Dörpinghaus sind im gesamten Kreis im Einsatz. Von Ralf Geraedts

Wenn Pfarrer Jürgen Draht, evangelischer Notfallseelsorger im Kreis Mettmann, oder der katholische Theologe Christoph Dörpinghaus gerufen werden, wissen sie, dass schwierige Aufgaben auf sie warten. Jüngst waren sie nach der Schießerei in Monheim im Einsatz, kümmerten sich um Polizeibeamte und Angehörige. Oder, als neulich auf dem Mettmanner Betriebshof ein älterer Mann überfahren und getötet wurde, brauchten Zeugen des Vorfalls Erste Hilfe für die Seele.

Seit kurzem verfügen die Notfallseelsorger über ein zweites Fahrzeug. Der Rotary Club Neandertal übergab mit den beiden anderen Sponsoren "erkrath initial" und Mercedes Ernst Jüntgen einen silberfarbenen Mercedes Viano. Vier Jahre lang müsse sich die Stiftung Notfallseelsorge weder um Wartung, noch um witterungsgerechte Reifen kümmern, versicherte Ernst Jüntgen, in dessen Firmenräumen an der Dieselstraße in Haan die Übergabe stattfand.

Vortrag gab den Anstoß

"Nah am Menschen, der Mensch macht's" ist das Arbeitsmotto, das sich Clubpräsident Christian Ehlers für seine Amtszeit gesetzt hat. Als vor einigen Monaten Notfallseelsorger Jürgen Draht über die Arbeit referierte, war damit die Anregung für ein großes Projekt gegeben. Es galt, auch Christoph Dörpinghaus ein geeignetes Einsatzmittel zur Verfügung zu stellen. Der Theologe, der in der Krankenhausseelsorge des St.-Josef-Krankenhauses Monheim und auch bei der Notfallseelsorge Düsseldorf tätig ist, hatte zuletzt ein Auto, bei dem sich die Beifahrertür nicht mehr öffnen ließ und dessen Stoßdämpfer durch ihr Klappern die Ankunft Dörpingshaus' ankündigten. Als er 2004 anfing, fuhr er gar mit seiner Vespa vom damaligen Wohnort Langenfeld zum Einsatz bis nach Ratingen.

Vertrauliche Gespräche im Wagen

Der silberne Kleinbus verfügt über einen Zwei-Liter-Dieselmotor, hat Navigationssystem, Einparkhilfe und Freisprecheinrichtung eingebaut. Die fünf Sitzplätze im Fond können einander gegenüber installiert werden. Eine Lochfolie lässt von außen keine Einblicke zu, so dass bei geschlossenen Schiebetüren Raum für vertrauliche Gespräche entsteht.

Die Notfallseelsorge im Kreis ist ein Netzwerk. In einem fünfstufigen Rufsystem werden bei Sterbefällen oder zum Überbringung von Todesnachrichten örtliche Seelsorger tätig. Gibt es Unfälle oder größere Einsätze, sind Draht und Dörpinghaus vor Ort. Sie sind Seelsorger für die Feuerwehr und unterstützen Angehörige, Opfer und Helfer dabei, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten.

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(RP/rl)
 
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