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Handball
"Die Meisterschaft war das i-Tüpfelchen"

Mettmann. Am letzten Spieltag verteidigen die Handballer von Mettmann-Sport den Verbandsliga-Gipfel und bejubeln den Oberliga-Aufstieg.

Mettmann Die Handballer von MESport machten am letzten Spieltag der Verbandsliga mit dem 34:28-Sieg über Verfolger HG Remscheid die Meisterschaft perfekt. Der Erfolg war das i-Tüpfelchen auf eine Saison, in der die Mannschaft von Jürgen Tiedermann zwischenzeitlich etwas schwächelte, am Ende aber Moral und den längeren Atem bewies.

Wie lange haben Sie am Abend nach dem Sieg über die HG Remscheid noch mit der Mannschaft gefeiert?

Tiedermann Ich selbst war nicht lange unterwegs. Kurz nach Mitternacht habe ich die Jungs allein gelassen. Über die Jahre habe ich gelernt, dass man auch etwas Abstand halten muss - noch mehr, wenn viele junge Spieler in der Mannschaft sind.

Die Freude über den Aufstieg hält aber noch an?

Tiedermann Wir sind innerlich sehr zufrieden. Die Meisterschaft war das i-Tüpfelchen. Jetzt ist es ein richtiger Aufstieg. Natürlich wären wir aufgrund der Umstrukturierung der Ligen auch so hochgegangen, aber unser internes Ziel war, als Erster in die Oberliga aufzusteigen. Die Mannschaft hat alles dafür getan.

Zwischenzeitlich lief es aber nicht so gut . . .

Tiedermann Wir hatten vier Abgänge im Laufe der Saison: Jonas Isenburg, Sören Falkenberg und Aaron Wohlers studienbedingt; Philipp Werner war fest eingeplant, fiel dann aber aus und hat danach den Anschluss nicht mehr gefunden. Durch die Verletzungen, die dazu kamen, hatten wir eine ganz kleine Spielerdecke. Mit so wenigen Leuten kann man aber nicht vernünftig trainieren. Wir haben außerdem einige Akteure durchgeschleppt, die dringend eine Pause brauchten - das hätten wir nicht tun dürfen. Die mussten nach den Partien immer einige Tage mit dem Mannschaftstraining aussetzen. Natürlich kann man im Studio auf dem Laufband oder im Kraftraum trainieren, aber dann fehlen die Abläufe im Mannschaftsspiel, zum Beispiel in der Abwehr. Die Situation war nicht einfach.

Wie überrascht waren Sie, dass Andre Loschinski im Finale auflief?

Tiedermann Ich fand das schon erstaunlich. Er ist seit Beginn der Saison verletzt, hat massive Rückenprobleme, sich aber durchgeschlagen. Jetzt hat er einen neuen Job mit Schichtdienst, hat vier Wochen nicht trainiert und war zwei Wochen krank. Das ist aber ein Typ, der das wegsteckt und durchzieht. Tim Wittenberg, der schon lange Knieprobleme hat, ist auch so ein Typ wie Loschinski. Ohne solche Leute geht's eigentlich nicht.

Welche Akteure waren in der vergangenen Saison besonders wichtig?

Tiedermann Ich möchte da gar keinen herausheben. Das Kollektiv hat bei uns einfach gepasst. Die Spieler hatten Höhepunkte, aber auch schlechte Phasen. Irgendwie haben wir das in den Griff bekommen. Der Aufstieg und die Meisterschaft sind einfach eine Geschichte der Mannschaft. Der Zusammenhalt ist gut, aber nicht zu gut - die Jungs geben auch beim Training Gas und sind bissig.

Der Großteil des Kaders bleibt erhalten.

Tiedermann Mit Sven Ehlhardt und Marvin Mohrmann verlieren wir zwei absolute Leistungsträger - das müssen wir erst einmal kompensieren. Jonas Isenburg und Sören Falkenberg stehen nach ihren Studienaufenthalten wieder zur Verfügung. Neu im Team sind Stephan Verholen und Karsten Mühlenhaupt, die beide von der Unitas Haan kommen. Jetzt suchen wir noch einen Linkshänder, den wir zurzeit effektiv nicht bekommen. Wir zahlen aber auch keine Unsummen. Das muss einfach passen, sonst macht man sich alles kaputt.

Verleiht der Aufstieg jetzt Flügel?

Tiedermann Auf jeden Fall fällt die Vorbereitung einfacher. Beim Start in die neue Saison sollten sowieso alle motiviert sein, gerade nach dem Aufstieg. Jetzt sind alle erst einmal auf einer kleinen Welle. Die Pause ist wichtig, aber ab dem 6. Juni geben wir wieder Gas. Der Aufstieg ist dann auch vorbei. Dann geht es um die neue Saison, und es ist wichtig, wie wir uns in der Oberliga schlagen.

Wie sind die Ziele?

Tiedermann Ein Ziel wollen wir erst einmal gar nicht ausgeben, weil man die Liga noch gar nicht richtig einschätzen kann. Wir wollen so viel Punkte wie möglich holen und nicht unten reinrutschen, damit wir nicht von Anfang an unter Druck stehen.

Ist die Oberliga eine Herausforderung?

Tiedermann Ja, eine positive. Die letzten drei Jahre kannten wir alle anderen Mannschaften. Jetzt geht es gegen andere Gegner und in andere Hallen. Das ist auch für mich als Trainer eine andere Sache, die neuen Kontrahenten zu beobachten.

Was wünschen Sie sich für die neue Saison?

Tiedermann Ich hoffe, dass wir die Zuschauerresonanz halten können und die Fans, auch wenn es mal nicht ganz so gut läuft, komplett hinter uns stehen. In dieser Saison hatten wir im Schnitt 500 Zuschauer, das war schon sehr gut. Das ist eben der Vorteil, wenn viele Mettmanner in der Mannschaft spielen.

BIRGIT SICKER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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