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Massen-Entlassung in Mönchengladbach
Bagel-Mitarbeiter klagen gegen Kündigung

Bagel-Mitarbeiter klagen gegen Kündigung
An der Grunewaldstraße in Neuwerk, wo Tiefdruck Schwann-Bagel seinen Sitz hat, ist auch das 2006 gegründete Tochterunternehmen Bagel Direkt GmbH angesiedelt. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Nachdem die Firma Bagel all ihren Mitarbeitern im April gekündigt hat, gehen einige von ihnen nun rechtlich dagegen vor. Verdi sammelt zu dem Unterschriften gegen das Vorgehen der Firma aus Mönchengladbach.  Von Sabine Kricke

"Wir fordern, dass Bagel die Kündigungen zurück nimmt", sagt Jörg Krings von Verdi im Gespräch mit unserer Redaktion. Man gehe immer noch davon aus, dass das Unternehmen den Mitarbeitern gekündigt habe, weil diese einen Betriebsrat gründen wollten. 15 Mitarbeiter haben nun eine Kündigungsschutzklage eingereicht. "Wir gehen davon aus, dass die Kündigungen unwirksam sind", sagt Krings.

Das Unternehmen Bagel Direkt verpackt und versendet Werbeeinsendungen. Anfang April hat man 44 Festangestellten und 130 Mitarbeitern einer Leiharbeitsfirma gekündigt. Die Begründung des Unternehmens: Mit der Gründung des Betriebsrates vermute man einen "Erzwingungsstreik zur Durchsetzung eines Tarifvertrages mit einer für das Unternehmen nicht bezahlbaren Kostenstruktur".

Ein Tarifvertrag sei jedoch nicht das Ziel der Mitarbeiter gewesen, sagt Krings. Vielmehr hätte man mit einem Betriebsrat mehr Möglichkeiten gehabt, bessere Arbeitsbedingungen zu erwirken.

Kündigungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten

Den Mitarbeitern wurde laut Verdi zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekündigt. Die ersten müssen am 31. Mai das Unternehmen verlassen, weitere Mitarbeiter müssen am 30. Juni und 31. Juli gehen. Das Angebot von Bagel, dass die Mitarbeiter von einer Zeitarbeitsfirma übernommen zu werden, hat rund die Hälfte der Belegschaft bislang angenommen."Natürlich hängen an jedem Gekündigten persönliche Schicksale und teilweise auch Verantwortung gegenüber der eigenen Familie. Wenn man sich dann entscheiden muss, zwischen einer Kündigung und einer Weiteranstellung bei einer Zeitarbeitsfirma, kann ich verstehen, dass aus der Not heraus einige die Anstellung wählen", sagt Krings.

Für Edith Buchs, eine der gekündigten Mitarbeiter, kommt das jedoch nicht in Frage: "Das wären Verträge zu deutlich schlechteren Konditionen. Außerdem haben viele schon vor einer Festanstellung bei Bagel für diese Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Da sind teilweise immer noch Lohnforderungen offen", sagt die Gladbacherin.

Online-Petition soll Öffentlichkeit bringen 

Neben der Klagen gegen die Kündigungen geht Verdi außerdem mit einer Online-Petition an die Öffentlichkeit. Man wolle Unterschriften gegen das Vorgehen Bagels sammeln und diese der Unternehmensführung vorlegen. Auch Postkarten sollen auf die Massenkündigung aufmerksam machen.

"Wir wollen, dass viele Menschen darauf aufmerksam werden und appellieren zugleich an Bagels gesellschaftliche Verantwortung", sagt Krings. Den Betriebsrat wollen die Mitarbeiter trotz der Kündigungen gründen. Die Wahl ist am 21. Juni. Sollten die Kündigungen tatsächlich nicht rechtskräftig sein, so habe der Wahlvorstand dann einen Kündigungsschutz. Auch für die weiteren Mitglieder der Belegschaft gelte dann eine andere Rechtsgrundlage bei Kündigungen.

Auf Edith Buchs' Kündigung steht das Datum 31. Juli 2016. "Für mich ist das aber nur ein Termin. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass man gemeinsam eine Lösung findet", sagt die Gladbacherin.  

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