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Mönchengladbach
Betrüger geben sich als Kontrolleure aus

Mönchengladbach. Angeblich wollen sie Rauchmelder in Wohnungen überprüfen und geben sich als Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus. Solche Kontrollen finden im Auftrag seriöser Instanzen jedoch nicht statt. Nun warnt die Polizei. Von Sabine Kricke

Im Internet kursieren Meldungen über Trickbetrüger, die angeblich in Häusern die vorgeschriebenen Rauchmelder überprüfen wollen. Was erst als Falschmeldung galt, entpuppt sich inzwischen als reale Gefahr - in der Region sind bereits Fälle bekannt.

In einer Mönchengladbacher Facebook-Gruppe tauchten in den vergangenen Tagen verstärkt Meldungen über angebliche Kontrolleure auf, die vorgeben, Wohnungen auf Rauchmelder überprüfen zu wollen. Rauchmelder sind ab Januar 2017 in jedem Wohnhaus vorgeschrieben. Laut der Warnungen wollen sich die Trickbetrüger unter diesem Vorwand Zutritt zur Wohnung verschaffen.

Tatsächlich wurde in Viersen bereits im Oktober ein solcher Fall bei der Polizei gemeldet. Dabei galten Warnungen, die im Netz verbreitet wurden, zunächst als Falschmeldung. So schreibt das Online-Verbraucherportal "Mimikama", dass es sich bei den beschriebenen Nachrichten um eine Art Kettenbrief handelt. Das Portal hat es sich zur Aufgabe gemacht, Falschmeldungen im Internet als solche zu entlarven.

Zwar wird auf der Website betont, dass selbst die Polizei nun "vorsorglich" vor falschen Kontrolleuren warnt, man jedoch deutlich sagen müsse, dass es sich bei den Mitteilungen per WhatsApp um Kettenbriefe handele, die auch in nicht-betroffenen Orten verteilt werden.

Offenbar beruhen die Warnungen allerdings zumindest zum Teil auf Tatsachen. So meldete sich eine Mönchengladbacherin bei unserer Redaktion und berichtete von einem solchen Fall in ihrer Familie. Ein älteres Ehepaar soll in Hehn beinahe den Trickdieben zum Opfer gefallen sein. Zuerst habe eine Frau angerufen und sich als Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ausgegeben. Sie habe angekündigt, dass ein männlicher Mitarbeiter am Nachmittag vorbeikommen werde, um die Rauchmelder zu überprüfen. Anschließend sei ein junger Mann, der sehr gut gekleidet gewesen sein soll, bei der älteren Dame aufgetaucht. "Zum Glück war auch die Putzfrau da und hat den Mann weggeschickt", sagt die Gladbacherin im Gespräch mit unserer Redaktion. Innerhalb der Nachbarschaft soll es zu weiteren Vorfällen dieser Art gekommen sein.

Laut Gladbacher Polizei ist diese Masche noch nicht bekannt. "Anzeigen sind bis jetzt noch keine dazu eingegangen", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen auf Anfrage unserer Redaktion. In Viersen wurde ein ähnlicher Fall jedoch bereits gemeldet. Hier wurde eine 85-jährige Frau von einem Mann angerufen, der sich als Handwerker ausgab. Er habe überprüfen wollen, ob Rauchmelder richtig angebracht worden seien. Der älteren Dame seien jedoch Zweifel gekommen. Zu einem Termin mit dem angeblichen Handwerker sei es daher nicht gekommen.

Ob es sich bei der Anzeige aus dem Oktober um einen Einzelfall handelt, ist laut einem Sprecher der Viersener Polizei nur schwer zu prüfen. Das liege daran, dass die Anzeigen im System nicht immer gleich mit dem Stichwort "Rauchmelder" versehen sind.

Es könne laut dem Sprecher sein, dass es schon mehrere Fälle mit dieser Masche bereits gegeben hat, diese jedoch nicht als solche kenntlich sind.

Die Polizei in Mönchengladbach hält diese Masche von Betrügern für wahrscheinlich. "Es ist durchaus denkbar, dass sich Diebe mit einer solchen Geschichte Zutritt zu den Wohnungen verschaffen", sagt Lützen. Zwar gilt in NRW ab Januar 2017 Rauchmelder-Pflicht, jedoch werde man auch von städtischer Seite aus die Anordnung nicht kontrollieren. "Weder Ordnungsamt, noch Bauordnungsamt oder die Feuerwehr werden in Wohnungen kommen und überprüfen, ob Rauchmelder ordnungsgemäß angebracht wurden", sagt Wolfgang Speen, Pressesprecher der Stadt Mönchengladbach unserer Redaktion.

Trotz des Verdachts, dass es sich bei der Meldung um eine Art Kettenbrief handelt, warnt die Polizei davor, fremde Personen in die Wohnung zu lassen. Es sei durchaus denkbar, dass diese Masche bald öfter angewendet wird.

Quelle: RP
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