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Mönchengladbach
Bunte Wärmebilder zeigen Energielecks

Mönchengladbach: Bunte Wärmebilder zeigen Energielecks
Wärmebilder machen deutlich, wo die Dämmung gut und weniger gut ist. Derzeit läuft eine Sonderaktion der Verbraucherberatung. FOTO: Stadtwerke
Mönchengladbach. Die Verbraucherzentrale bietet in einer Sonderaktion Thermografie plus Energieberatung an. Und das zu einem Schnäppchenpreis von 165 Euro, weil das Land und die EU die Untersuchung mit finanzieren. Von Angela Rietdorf

Energieberater Friedhelm Glier hält das Wärmebild eines Hauses hoch. Ein orangefarbener Streifen zieht sich von unten nach oben über die Hauswand. "Das ist ein ungedämmtes Warmwasser- oder Heizungsrohr", sagt er. "So etwas lässt sich nur mit Thermografie feststellen."

Eine zweite Aufnahme, ein anderes Haus: Der untere Teil des Hauses ist orange eingefärbt, der obere Teil weitgehend blau, aber oberhalb der Fenster ist ein orangefarbener Querstreifen zu sehen. "Der Querstreifen ist der Betonsturz über den Fenstern. Beton ist ein enorm guter Leiter, seine Wärmedämmung ist gleich Null", sagt er. Der untere Teil des Hauses sei außerdem nicht so gut gedämmt wie der obere, vielleicht sei beim Bau ein anderer Stein verwendet worden. Drittes Beispiel: ein orangefarbener Streifen unter dem Dach. "Hier ist vermutlich die vorhandene Dämmung verrutscht", erklärt Glier. Das könne man von außen nicht sehen, wohl aber auf der thermografischen Aufnahme.

Wärmebilder ermöglichen einen anderen Blick auf Gebäude, zeigen auch verborgene Schwachstellen. Jedenfalls wenn man sie interpretieren kann wie Friedhelm Glier. Er arbeitet als Energieberater für die Verbraucherzentrale NRW, bei der gerade die Sonderaktion Thermografie plus Energieberatung läuft. Normalerweise sind Wärmebilder nicht gerade ein günstiges Vergnügen. "Der Preis ist zwar Verhandlungssache, aber unter 500 Euro ist eigentlich nichts zu haben", schätzt Glier. Bei der Sonderaktion aber schon: Hier kostet Thermografie und Energieberatung zusammen 165 Euro. Der Schnäppchenpreis ist möglich, weil das Land NRW als Partner mit im Boot ist und außerdem Fördermittel der EU angezapft wurden.

Die derzeitig niedrigen Temperaturen bringen nicht nur so manchen Hausbesitzer beim Blick auf den Gaszähler ins Grübeln, sie machen eine thermografische Aufnahme auch erst möglich. "Bei bis zu fünf Grad Außentemperatur kann man gute Wärmebilder erstellen", sagt Glier. Das wird nachts gemacht, während die bewohnten Räume möglichst gleichmäßig auf 20 Grad aufgeheizt wurden. Das Wärmebild bespricht der Energieberater dann mit dem Kunden vor Ort. Schwachstellen sind natürlich oft die Außenfassaden und die Fenster. "Eine Außendämmung der Fassaden ist immer der beste Weg", erklärt der Energieberater. Beispielsweise ist es nicht sinnvoll, nur die Fenster zu ersetzen, die Fassade aus Kostengründen nicht zu sanieren und auf Einsparungen zu hoffen. "Die Fenster dürfen nie besser sein als die Wand", sagt Glier. Sonst kann es - wie auch bei nicht fachgerechter Innendämmung - zu Problemen mit Feuchtigkeit und Schimmelbildung kommen.

Aber neben einer Komplettdämmung der Fassaden gibt es auch kleinere und kostengünstigere Maßnahmen, die zu Einsparungen führen können. Zum Beispiel die Dämmung der Heizungsrohre im Keller, die zwar sowieso vorgeschrieben ist, deswegen aber noch lange nicht überall umgesetzt wurde.

"Wichtig ist es, die richtige Reihenfolge bei den Maßnahmen einzuhalten", erklärt Glier. Sonst ist die Arbeit nicht nur umsonst, man schafft sich Probleme wie zum Beispiel Schimmel." Die Sonderaktion läuft bis Ende März. Infos unter Ruf 0180 1115999 oder "mailto:energieberatung@vz-nrw.de" und unter www.vz-nrw.de/thermoaktion.

Quelle: RP
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