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Mönchengladbach
Der Bezirksschornsteinfeger ist Schützenkönig

Mönchengladbach: Der Bezirksschornsteinfeger ist Schützenkönig
Zur Parade durch den Ort kam alles, was Rang und Namen hat. FOTO: Knappe
Mönchengladbach. Die St. Hubertus Bruderschaft in Wickrathhahn feiert historisch-zünftig. Heute soll beim Vogelschuss der nächste König ermittelt werden. Von Sabine Winkler

Nein, das Schützenfest in Wickrathhahn stand unter keinem guten Stern. Der Vogelschuss 2015 hatte zunächst keinen neuen Schützenkönig hervorgebracht. "Dann kann ich gleich den Vogel selber runterschießen!", fand damals der Brudermeister der St.-Hubertus-Schützen, Heinz Ritters. So kam er mit 66 Schuss zu seinem Amt. Jetzt ist es so weit: Bei den Prunkfeierlichkeiten darf er nun seine Schützenbruderschaft anführen.

Beim Errichten der Ehrenmale am Denkmal in Wickrathhahn hatte er seine erste offizielle Aufgabe. Dreh- und Angelpunkt der nächsten vier Tage ist das Festzelt im Ortskern. Zusammen mit seiner Frau Sylvia freut er sich, mit dem Schützennachwuchs die nächsten Tage zu feuern. Mit dabei sind seine Minister, Hans-Dieter Bischof und Gottfried Kohnen sowie Schülerprinz Lukas Lange, und seine Prinzessin, Luisa Marrenbach.

Ritters ist kein Unbekannter im Stadtteil - das Brauchtum liegt ihm im Blut. Bezirksschornsteinfeger ist er, jeder kennt ihn. Auch als Karnevalsprinz war er schon aktiv. Das Schützenkönigsamt bekleidet er zum zweiten Mal nach 2002. Wie familiär es im Ort zugeht, zeigte auch der zünftig-historische Festzug. Ungewöhnlich spät startet der erst am Nachmittag. So klein Wickrathhahn auch sein mag, zum Umzug kommt alles, was Rang und Namen hat. Bezirkskönig Christoph Korsten war genauso dabei, wie der Bezirksminister Kurt Kochen aus Dahl und Maurice Kosinski von den Lürriper Schützen. Davor gab es viel Tradition beim Festgottesdienst, der trotz der unischeren Wetterlage im Pfarrgarten stattfand.

Zwischendurch konnten sich alle beim Frühschoppen über die Prunk austauschen. "Es ist schon lustig. Unser Heinz hat einen persönlichen Vier-Jahres-Rhythmus", schmunzelt Geschäftsführer Udo Ditges. Ritters trat 1998 den St.-Hubertus-Schützen bei. 2002 wurde er zum ersten Mal König, vor zehn Jahren zweiter Brudermeister, 2010 erster Brudermeister, vier Jahre später Minister. "Jetzt hat er es verkürzt auf zwei Jahre", fügt Ditges hinzu. Wer weiß, was Ritters in den nächsten vier Jahren bei den St.-Hubertus-Schützen in Wickrathhahn macht. Bis kurz vor Ende waren die Prunkfeierlichkeiten aber ein voller Erfolg für ihn. Hoffentlich wird der Vogelschuss heute nicht so aussichtslos wie beim letzten Mal. "Sonst muss der Ritters wieder einspringen", scherzt man schon im Ort.

(sw)
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