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Mönchengladbach
Die Leichtigkeit des Seins in der Galerie Löhrl

Mönchengladbach. Eine neue Ausstellung in der Galerie empfängt den Besucher mit farbigen Wolken auf Papier, mit Gebilden, die einfach nur wunderschön sind. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Unter dem Titel "Die Leichtigkeit des Seins" ist derzeit eine besondere Premiere in der Galerie Löhrl auf der Kaiserstraße 69 zu sehen: Ulrich Erben, bekanntgeworden durch seine konkrete Malerei, in der es ihm um das Zusammenspiel von Form und Farbe ohne die Illusion eines Gegenstandes geht, zeigt einige Serien von Aquarellen. Diese sind zwischen 2012 und 2015 entstanden, Erben hat sie bislang nicht der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Farbknäuel sitzen etwa mittig auf dem Papier, sind aus Aquarell- oder Acrylfarben, haben eine annähernd runde oder ovale Form, sind an den Rändern offen, strahlen in leuchtenden Rot-, Gelb-, Grün-, Orangetönen oder nehmen erdige, steinerne Farbqualitäten an. In einigen Blättern erkennt man eine Bleistiftlinie, die als Trapezform einen Raum schafft oder als eine horizontale Linie "die Objekthaftigkeit" des Farbgebildes, so Erben, betone, ein wenig "wie im Naturkundemuseum".

Von den Wolken und ihrer Wandelbarkeit habe er sich inspirieren lassen, so Erben. Und von einer Bemerkung Leonardo da Vincis, nach der die Wolke das einzige Volumen ohne Oberfläche sei. Erbens Farbwolken entwickeln neben der Farbigkeit ein erstaunliches Volumen und immer den Eindruck des Schwebens in großer Leichtigkeit. In den Blättern, in denen das Trapez eine deutliche Räumlichkeit andeutet, stehe, so Erben, die Wolke zwischen Blatt und Betrachter. Es macht reines Vergnügen, vor den einzelnen Blättern zu verweilen, sich von der Kraft der Farben einhüllen zu lassen oder sich an anderer Stelle in die durch die Technik des "Abklatschens" entstandenen "Bilder" zu vertiefen. Hierbei entsteht das Blatt dadurch, dass die Farbschicht von einem zweiten Blatt aufgenommen, gewissermaßen abgedruckt wird. In diesen Blättern entdeckt der Blick im Nicht-Gegenständlichen plötzlich Gesichter, Bäume, Fratzen und vieles mehr - vom Maler nicht unbedingt intendiert, aber durchaus zugelassen.

In das Gartenzimmer der Galerie hat Erben die Blätter in den erdigen Farben gehängt - die Assoziationskette zur Natur ist hier schon allein vom Standort her angeregt.

Ulrich Erben wurde 1940 in Düsseldorf geboren, studierte in Hamburg und Urbino, in Venedig und Berlin. 1980 wurde er Professor an der Kunstakademie Münster, seit 2005 ist er emeritiert. Er lebt in Düsseldorf, Bagnoregio und Goch. Die Ausstellung in der Galerie Löhrl, Kaiserstraße 69, ist bis zum 15. Juli 2017 Dienstag bis Freitag von 13 Uhr bis 18 Uhr und Samstag von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
 
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