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Mönchengladbach
Ein Vierteljahrhundert nah dran am Menschen

Mönchengladbach: Ein Vierteljahrhundert nah dran am Menschen
Eine Herzensangelegenheit war und ist für den evangelischen Pfarrer Andreas Rudolph die Ökumene. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Er ist stolz, dass man ihn einen "richtigen Dorfpfarrer" nennt: Am Pfingstmontag feiert Andreas Rudolph, Pfarrer der evangelischen Christuskirchengemeinde, sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum. Von Angela Rietdorf

Im Schreibtisch hat er noch eine angefangene Doktorarbeit. Andreas Rudolph hätte sich vor 25 Jahren auch vorstellen können, eine akademische Laufbahn an der Universität einzuschlagen. Die prägenden Theologen an den Universitäten Bonn, Wuppertal, Münster und Heidelberg beeindruckten ihn während des Studiums. Aber dann entschloss er sich doch, Pfarrer zu werden. Und heute freut er sich, wenn ihn ein Gemeindemitglied "einen richtigen Dorfpfarrer" nennt. Denn das bedeutet für ihn, dass er so nah dran ist an den Menschen, wie er es sich wünscht.

Außerdem hat der dritte Pfarrbezirk der evangelischen Christuskirchengemeinde mit Ohlerfeld, Holt und Hehn durchaus auch dörflichen Charakter. Trotzdem schätzt Pfarrer Rudolph die Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten, die die pastorale Arbeit gerade in der Stadt bietet. "Ich habe mich immer als Wegbegleiter für Menschen jedes Alters gesehen", sagt der gebürtige Gummersbacher. Die gemeindlichen Angebote sollen deshalb so niedrigschwellig wie möglich sein.

Besonders liegt ihm die Arbeit mit Kindern am Herzen. Gut, dass in Ohlerfeld der evangelische Kindergarten und das Gemeindehaus unter einem Dach liegen. Diese Konstellation gefällt ihm, so ist er auch räumlich nah am Leben der Kinder. "Gemeinde muss immer eine Oase für Kinder und ihre Familien sein", meint der Pfarrer. Auf Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen liegt sein besonderes Augenmerk. "Das ist eine riesige Chance, Menschen zu erreichen, die oft jahrelang keinen Kontakt zur Kirche hatten, und ihnen einen positiven Impuls mitzugeben."

Bei aller Vorliebe für den pastoralen Dienst - zu den Aufgaben eines Pfarrers gehören ebenso Gremienarbeit, Verwaltung und Organisation. Mehr als 20 Jahre lang war Andreas Rudolph Vorsitzender des Presbyteriums, des Leitungsgremiums der Christuskirchengemeinde. "Ich habe das gern gemacht, weil dadurch Zukunft gestaltet wird", sagt er. "Aber es ist auch eine Herausforderung, sich mit dem Verkauf von Immobilien zu beschäftigen, wie beim Haus Zoar, oder sich mit Finanzkonzepten oder den Umstrukturierungsplänen der Landeskirche auseinanderzusetzen."

Eine Herzensangelegenheit war und ist für den evangelischen Pfarrer die Ökumene. Vielleicht, weil ihn seine Oma im Bergischen Land früher noch vor den Katholiken gewarnt hat. "Ökumene ist der Glücks- und der Ernstfall des Glaubens", zitiert er. Seit 22 Jahren feiern evangelische und katholische Christen in Ohlerfeld zusammen am Pfingstmontag Gottesdienst im Grünen, seit 16 Jahren wird auch der Karfreitag gemeinsam begangen. In Kürze wird ein Seniorennetzwerk in Ohler und Holt in ökumenischer Trägerschaft seine Tätigkeit aufnehmen. Die ökumenische Arbeit steht auf einer breiten Basis, große Vorbereitungsteams gestalten die gemeinsamen Gottesdienste seit Jahren.

So kann man es als Zeichen besonderer Verbundenheit sehen, dass Andreas Rudolph auch sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes feiert - am Pfingstmontag (16. Mai),10 Uhr, auf der Grünfläche vor dem Kirchsaal Ohlerfeld.

Quelle: RP
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