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Mönchengladbach
Gladbachs Senioren bleiben länger zu Hause

Mönchengladbach. Die Zahl der älteren Menschen und damit auch der Pflegebedürftigen wächst weiter, aber davon profitieren vor allem ambulante Pflegedienste. Altenheim-Plätze zur stationären Pflege gibt es auf Jahre genug in der Stadt. Von Andreas Gruhn

Die Mönchengladbacher Bevölkerung wird immer älter. Und damit werden auch stetig mehr Menschen pflegebedürftig. Dazu hat die Stadt nun mit dem Pflegebedarfsplan, der Anfang März dem Rat zur Abstimmung vorgelegt wird, konkrete Zahlen vorgelegt. Demnach werden im Jahr 2020 bei gleichbleibendem Pflegerisiko bis zu 10.400 Senioren in der Stadt auf fremde Hilfe im Alltag angewiesen sein. Berücksichtigt man den Trend, dass steigende Lebenserwartung zumeist auch bedeutet, dass Menschen sich länger selbst versorgen können, bleiben im Jahr 2020 noch immer 9400 Pflegebedürftige in der Stadt. Im Jahr 2011, dem Beginn des Berichts, waren es insgesamt 9201 Pflegebedürftige in der Stadt. Das bedeutet: Die Experten kalkulieren demnach mit einer Zunahme zwischen 200 und 1200 pflegebedürftigen Personen.

Doch auch wenn mehr Menschen Hilfe brauchen werden, die Pflegestruktur in der Stadt ist darauf ausgerichtet. "Mönchengladbach ist gut aufgestellt, das Altwerden in der Stadt ist in seiner gesamten Struktur hochqualifiziert", urteilt Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding. Und Sozialdezernentin Dörte Schall stellt fest: "Der Bedarf an stationären Pflegeplätzen in der Stadt ist gedeckt."

Derzeit gibt es laut Erhebung des Fachbereichs Altenhilfe in der Stadt 2530 Pflegeplätze. Davon waren im September 2015 knapp 30 Plätze frei. Durch den Neubau Hensenweg, wo ein Altenheim mit 80 Plätzen entsteht, wird die Zahl der stationären Pflegeplätze bis 2017 auf 2610 steigen. Zwar werden mehr Gladbacher Senioren pflegebedürftig bis zum Jahr 2020. Allerdings liegt der Bedarf dann bei 2600 Plätzen - und der ist bereits jetzt erfüllt. Der Bedarfsbericht kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die Stadt keine zusätzlichen vollstationären Pflegeplätze benötigt. Weitere Pflegestationen würden nicht mehr gefördert. Ein Investor oder Betreiber könnte demnach ein weiteres Altenheim bauen, müsste dann aber auf das Pflegewohngeld für die Bewohner - also einen Zuschuss zu den Investitionskosten - verzichten.

Ein anderer Trend wird die Pflegestruktur in der Stadt in den kommenden Jahren viel stärker prägen: Die Senioren bleiben länger in der eigenen Wohnung. "Und das ist gut so", sagt Helmut Wallrafen. "Dadurch sinkt die Verweildauer in den Heimen. Früher betrug die durchschnittliche Verweildauer in Altenheimen vier Jahre, heute sind es oft nur noch 1,5 Jahre."

Dafür brauchen sie aber auch Unterstützung, etwa von Haushalts-Dienstleistern, Essen auf Rädern ambulanten Pflegediensten. Und die boomen. 39 solcher Dienste gibt es mittlerweile in der Stadt, allein im vergangenen Jahr kamen sieben neue hinzu. Neun Tagespflegeeinrichtungen - also Einrichtungen der teilstationären Pflege, bei denen die Menschen aber zu Hause wohnen bleiben - gibt es in der Stadt. Und auch deren Zuspruch hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig entwickelt. Derzeit gibt es 144 Tagespflegeplätze in der Stadt, wobei die von deutlich mehr Senioren in Anspruch genommen werden. Denn nicht jeder Hilfebedürftiger sucht die Einrichtung auch jeden Tag auf. Dem Fachbereich Altenhilfe liegen Planungen für vier weitere Tagespflegen unterschiedlicher Träger vor. "Der Bedarf an Plätzen in der Tagespflege wächst, wenn die Menschen länger zu Hause bleiben", sagt Wallrafen.

Quelle: RP
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