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Mönchengladbach
Hunde-Verbotsschilder auf Feld

Leserreaktionen: Fotojagd auf Hundehalter
Leserreaktionen: Fotojagd auf Hundehalter FOTO: Andrea Warnecke
Mönchengladbach. Mit Hinweistafeln entlang eines Felds in Neuwerk werden Hundehalter angewiesen, ihre Tiere nicht auf dem Acker laufen zu lassen. Dies sei eine Reaktion auf Besitzer, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht entfernen, sagt der Landwirt. Ein Anwohner kritisiert das Vorgehen des Bauern. Von Jan Wiefels

Neuwerk Der Streit zwischen Hundehaltern und Landwirten geht weiter. An einem Feld an der Ehlerstraße in Neuwerk stehen seit einigen Tagen Schilder, die darauf hinweisen, Hunde nicht frei laufenzulassen und die Hinterlassenschaften der Tiere aufzusammeln: "Bitte lassen Sie Ihre Hunde die Wiesen und Felder nicht betreten! Hier werden Lebensmittel produziert! Bitte nehmen Sie ihren Hundekot mit!" heißt es auf drei laminierten DIN-A-4-Blättern entlang der Straße.

"Mein Sohn hat die Schilder aufgestellt", sagt Landwirt Peter-Josef Brüggen. Seit Jahren gebe es das Problem, dass sich Hundekot entlang der Wege und auf den Feldern befindet. "Es gibt nur ein, zwei Hundebesitzer, die den Dreck auch wegmachen. Der Großteil aber kümmert sich nicht darum", sagt Brüggen. Dies sei vor allem dann ärgerlich, wenn auf dem Feld gearbeitet werden muss. Oft genug trete man dabei in Hundehaufen.

Bereits vor zwei Wochen schlug der Streit zwischen Hundehaltern und Landwirten hohe Wellen. Reiner Brungs aus Großheide hatte dafür plädiert, Besitzer, die ihre Hunde auf den Feldern laufenlassen, zu fotografieren und anzuzeigen. Dies sorgte für teils heftige Diskussionen. Der traurige Höhepunkt war Vandalismus an dem Bio-Hof von Brungs' gleichnamigem Verwandten in Venn.

Auch an den Schildern entlang des Felds an der Ehlerstraße gibt es Kritik. "Mir scheint das geradezu lächerlich. Fahren Landwirte selbst doch tonnenweise Mist und Gülle auf die Felder, wodurch nachweislich das Grundwasser verunreinigt wird", sagt Anwohner Paul Kamps, der zwar kein Hundehalter ist, sich aber als Tierfreund bezeichnet. Auch auf dem betroffenen Feld habe er kürzlich noch einen Misthaufen gesehen. Vergleiche man die Summe des Vieh-Mist mit den Hinterlassenschaften von Hunden, sein die Hundehaufen "mikroskopisch klein".

Peter-Josef Brüggen hält dagegen, dass Hundekot je nach angebauter Pflanze durchaus eine ungesunde Verunreinigung bedeutet. Landwirte müssen sich in Deutschland an die so genannte Düngeverordnung halten. Sie sieht unter anderem vor, dass Gülle unmittelbar nach dem Ausbringen in Ackerboden eingearbeitet werden muss.

Quelle: RP
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