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Serie Der Weg Zu Besseren Fotos (4)
Keinen Strich durch den Himmel machen

Mönchengladbach. Wer beim Fotografieren auf Details achtet, braucht hinterher keine Fehler zu korrigieren. Im Ernstfall hilft die Bildbearbeitung. Von Angela Rietdorf

Man glaubt es kaum: Auf dem wunderbaren Urlaubsfoto mit dem azurblauen Himmel, den Bergen und dem Meer im Hintergrund läuft eine schwarze Linie quer durchs Bild. Klar, da hat das Labor gepfuscht. Wutentbrannt greift man zum Hörer und beschwert sich. Aber an dem schwarzen Strich ist niemand anders schuld als der Fotograf selbst. Es ist nämlich eine Telefonleitung, die beim Fotografieren nicht wahrgenommen wurde und jetzt unliebsam deutlich das Bild verschandelt.

"Viele beachten die Details nicht, wenn sie auf den Auslöser drücken", sagt Ulrich Magon, Fotoexperte bei Cewe in Giesenkirchen. Hin und wieder passiert das auch Profis. "Ich habe mich auch einmal sehr über eine weiße Linie gewundert, die auf einem Bild zu sehen war, das ich im Zoo gemacht habe", sagt Fotografin Sabine Rosenberg. "Es stellte sich heraus, dass es der reflektierende Rand der Plexiglasscheibe war, den ich beim Fotografieren nicht bemerkt hatte."

Solche Fehler sind besonders ärgerlich, weil sie sich im Nachhinein nur schwer korrigieren lassen. Leichter ist es, den Rote-Augen-Effekt zu korrigieren, der so häufig auftritt und dadurch zustande kommt, dass die Pupille sich im Dunkeln weitet und der plötzlich aufleuchtende Blitz von der gut durchbluteten Netzhaut des Auges reflektiert wird. Diesen Fehler korrigieren heute praktisch alle Bearbeitungsprogramme, indem sie das Rot heraus rechnen und den Augen wieder ihre natürliche Farbe geben. Noch besser und für die Fotografierten auch wesentlich angenehmer ist es, entweder mit Vorblitz zu arbeiten, damit die Augen sich auf den Blitz einstellen können. Oder den Blitz so einzustellen, dass es über oder neben den Porträtierten blitzt.

Im Allgemeinen ist die digitale Technik relativ fehlerresistent. "Wir bekommen heute relativ wenig Fotos, die falsch belichtet sind", sagt Ulrich Magon. Ist es aber doch passiert, lässt sich bei Unterbelichtung das Foto wahrscheinlich noch durch Bearbeitung retten. Bei Überbelichtung dagegen nicht. "Wo nichts ist, kann man auch nichts rein rechnen", sagt er.

Manchmal lassen sich Fehler durch Computerprogramme beheben. Der Fotograf macht beispielsweise eine Reihe von Gruppenaufnahmen. Einer aus der Gruppe hat immer die Augen zu, aber es ist immer ein anderer. Die Software kann nun aus den zur Verfügung stehenden Aufnahmen ein Foto zusammenrechnen, auf dem alle die Augen geöffnet haben. Aber das ist dann schon die hohe Kunst der nachträglichen Bearbeitung, auf die ein guter Fotograf möglichst verzichten sollte. Schwierigkeiten gibt es immer wieder bei den Bildformaten. "Wird das Foto im 3:4-Verhältnis aufgenommen, lassen sich keine 10x15-Abzüge davon machen, ohne inhaltliche Verluste zu riskieren", sagt Sabine Rosenberg.

DIE SERIE ENTSTAND IN KOOPERATION MIT CEWE.

Quelle: RP
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