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Mönchengladbach
"Shelter" - klangvolles Meisterwerk

Mönchengladbach. Vor wenigen Tagen legten die Dead Guitars mit "Shelter" ihre neue Scheibe vor. Ein klangvolles Meisterwerk. Gleichzeitig verbunden mit einer klitzekleinen Kurs-Korrektur der Indie-Band. Sänger Carlo van Putten, die Gitarristen Ralf Aussem und Pete Brough, Bassist Kurt Schmidt sowie Schlagzeuger Hermann Eugster haben durch abwechslungsreiches Songwriting das "Melancholie-Rocker"-Klischee abgehakt. Gut so. Zehn Songs und eine knappe Stunde lang beeindrucken die Musiker kurzweilig durch starke Lyrik und brillantem Sound.

"Shelter" begeistert in den besten Momenten, beinahe Phil Spector-like, mit einem Wall of Sound, wie ihn die Band auch live auf der Bühne zelebriert. Die Steigerung im Vergleich zu vorherigen Aufnahmen kommt nicht von ungefähr. Haben sich doch bei den "Deadies" nach und nach vier ex-Twelve Drummer Drumming (12DD)-Musiker eindrucksvoll wieder gefunden. Musiker jener Band also, die in den 1980er Jahren auch international gefeiert wurde. So hat sich die Band von einem Triumvirat der Protagonisten (Aussem, van Putten, Brough) plus Söldnertruppe ohne Substanzverlust zu einer echten Gang - zur legitimen 12DD-Nachfolgecombo - entwickelt.

Stilistisch ist die Musik weiterhin zwischen Wave, Pop und Alternative angesiedelt. Etliche Songs wie etwa "Traffic Lane" laden zum Träumen ein. Nach dem flotten Starter "Heaven Seven" glänzt "Happy Sad" mit echten Bläsern. Trompeten und Posaune sind auch bei "Half Light/Hang Out in Heaven" zu hören, einer zeitgemäß aufgebrezelten Reminiszenz an die "Sgt. Peppers"-Zeiten der Beatles. Im gleichen Song erinnert das Quintett an den Geist der psychedelischen Sixties, lädt mit dröhnendem Finale im durchscheinenden "I`m the Walrus"-Duktus ein zu einer Magical Mistery Tour der eigenen Art.

Die im besten Radioformat produzierten Songs "Mona Lisa" und "Wooden Head". Musik mit starken Beats, träumerischen Gitarrenlinien und gefühlvollem Gesang.

(pa.-)
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