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Mönchengladbach
Kunstflug-Weltmeister zu Gast in Wanlo

Mönchengladbach. Beim Tag der offenen Tür am Segelflugplatz konnten Besucher als Gäste mitfliegen und Kunststücke bewundern. Von Christian Lingen

Sebastian Dirlam scheint die Kontrolle über seinen Segelflieger verloren zu haben. Taumelnd und sich überschlagend rast seine Maschine dem Boden entgegen. Dann gelingt es dem Piloten, das Segelflugzeug senkrecht hochzuziehen. Irgendwann bleibt es auf der Stelle stehen, das Schauspiel beginnt von neuem. Dieses Mal bewegt sich die Maschine in rollenden Bewegungen gen Boden und kommt dann ruckartig wieder in ihre normale waagerechte Ausrichtung zurück.

Am Steuer sitzt kein lebensmüder Pilot und auch keiner, der zu tief ins Glas geschaut hat. Sebastian Dirlam hat Erfahrung am Steuerknüppel. Er gehört zur Nationalmannschaft im Segelfliegen und zeigt regelmäßig bei Veranstaltungen solche Kunstflüge. Darin ist er sogar Weltmeister. Seine Show war nur ein kleiner Teil dessen, was beim Tag der offenen Tür am Segelflugplatz in Wanlo geboten wurde.

"Wir haben nicht nur Segelflieger hier, sondern auch Ultraleichtflugzeuge und Motorflugzeuge. Dafür haben wir von der Stadt extra eine Sondergenehmigung bekommen", erzählt Arend Dechow von Verein für Luftfahrt Mönchengladbach. Der Tag der offenen Tür ist somit für viele, die sich gegen Segelflugstarts mit Hilfe von Ultraleichtflugzeugen auflehnen, eine gute Chance, sich einmal ein Bild von den Maschinen zu machen. Sie sind leiser, als manch einer denkt. Was zuvor Sebastian Dirlam mit einem Segelflieger zeigte, machte Detlef Schulz mit einem Motorflieger im Flammenlook spektakulär nach. Ein Hingucker war auch der so genannte Gyrocopter, auch Traghubschrauber genannt. Anders als normale Helikopter ist er offen und wird von einem Propeller am Heck angetrieben. Der Propeller über den Köpfen der Passagiere sorgt lediglich für den Auftrieb. Mit allen Maschinen, die beim Flugtag zu sehen waren, wurden auch Rundflüge angeboten.

Und die waren wahrlich heiß begehrt. Rund 25 Tickets pro Stunde verkaufte der Verein und freute sich, dass so viele Gäste gekommen waren. Geboten bekamen auch die Besucher etwas, die lieber nur vom Boden aus zuschauten, als am Himmel einen schönen Blick über die Stadt und den Tagebau zu genießen. Denn auch am Boden konnte man fliegen. Das ging in einem Segelflugsimulator, bei dem man in einem echten Cockpit saß und ein Bildschirm den Flug nachahmte. "Das sieht alles total klein aus", resümierte der zehnjährige Nils, der es einmal ausprobierte. In eine echte Maschine traute er sich allerdings nicht.

Mehr Glück hatte da Alex. Mit den anderen kleinen Besuchern zusammen bastelte der Fünfjährige aus Pappe und Holzstäbchen, die jeder vom Halscheck beim Hausarzt kennt, kleine Segelflugzeuge und ließ sie anschließend fliegen. Alex´ Flugzeug flog am weitesten und er gewann einen Freiflug. Weil er dafür aber noch zu klein ist, darf er seinen Gewinn erst im kommenden Jahr einlösen.

Quelle: RP
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