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Mönchengladbach
Masterplan: Firmen geben Geld

Mönchengladbach. Der Adenauer-Enkel Paul Bauwens-Adenauer hat die Gladbacher Unternehmer überzeugt: Sie wollen ermöglichen, dass wie in Köln oder Duisburg Stadtplanung zur Bürgerbewegung wird. Dazu soll ein Verein gegründet werden. Von Ralf Jüngermann

Die Chance, dass ein renommierter Architekt in einem Masterplan erarbeitet, wie Mönchengladbach städtebaulich an Kontur gewinnen soll, ist erheblich gestiegen. Architekten und Unternehmer bereiten gerade gemeinsam die Gründung eines Vereins oder einer Bürgerstiftung vor. Dass renommierte Unternehmer der Stadt jetzt in Arbeitsgruppen mit an dem städtebaulichen Großprojekt arbeiten, ist ein Signal. Denn in Duisburg, wo der Binnenhafen mit Hilfe von Stararchitekt Sir Norman Foster umgestaltet wurde, und in Köln, wo der nicht minder renommierte Albert Speer am Masterplan arbeitet, kam das Geld dafür von privaten Sponsoren. Rund eine halbe Million Euro dürfte nötig sein, um das Projekt in Mönchengladbach zu stemmen.

Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, warnt zwar vor übertriebenen Erwartungen. In Köln sammelte der dortige IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer rund eine Million Euro. "Die Unternehmen in Köln erwirtschaften allerdings in etwa auch das Zehnfache der Mönchengladbacher Unternehmen", so Porschen. Allerdings hätten sich die Mönchengladbacher Unternehmer in der Vergangenheit bei vielen öffentlichen Projekten als sehr verantwortungsbewusst erwiesen, so Porschen. Dass sich hochkarätige Unternehmer für den Masterplan einspannen lassen, dürfte auch mit einem Besuch von Paul Bauwens-Adenauer in Mönchengladbach zusammenhängen.

Der Adenauer-Enkel überzeugte in kleinem Kreis offenbar mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer. Ein Masterplan ist wie eine Typberatung für eine gebaute Stadt. Er legt nicht im Sinne eines Riesenbauplans fest, was wo genau entstehen soll, sondern gibt wie Leitplanken für einzelne Bereiche der Innenstadt Grundstrukturen vor. Er schreibt zum Beispiel fest, wo Räume für Wohnungen, wo für Gastronomie und wo für Büros liegen. Sinn hat ein Masterplan nur, wenn sich vorab Verwaltung und Politik darauf verständigen, ihn als bindend zu akzeptieren.

Dafür wiederum ist eine breite Beteiligung beim Entstehen des Plans nötig, wie Porschen betont. "Wenn das alles nicht nur schöner Schein sein soll, ist ein Masterplan letztlich eine Bürgerbewegung", sagt Porschen. Angestoßen worden war der Prozess von der Mönchengladbacher Architektenschaft, "in hervorragender Weise", wie Porschen findet. Stephan Brings, Vorsitzender der Architektenschaft, erklärte gegenüber der RP, wenn ein Verein gegründet werde, dürfe der Vorsitzende kein Architekt sein. "Da brauchen wir eine Persönlichkeit, die über den Verdacht erhaben ist, sie könnte aus Eigeninteresse handeln", so Brings.

Quelle: RP
 
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