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Mönchengladbach
Mülforter Schützenfest zwischen Kirchen-Eklat und Schäfer Heinrich

Mönchengladbach. Pfarrer Guido Fluthgraf verbot den Mülforter Schützen die Messe in der Kirche. Die zelebrierten daraufhin ihren Gottesdienst in Eigenregie im Festzelt. Von Christian Lingen

Eigentlich wollten die Mülforter Schützen gestern Morgen wie gewohnt ihren Gottesdienst in ihrer Pfarrkirche St. Paul feiern. Doch das durften sie nicht. Pfarrer Guido Fluthgraf hatte es verboten. Der schon lange schwelende Streit zwischen dem Geistlichen und der St. Paulus-Bruderschaft Mülfort ist nun eskaliert. "Im Januar hatten wir unsere Krönungsmesse. Danach untersagte uns der Pfarrer, die Kirche noch einmal zu benutzen. Unser Patronatsfest haben wir daraufhin abgesagt. Den Gottesdienst zum Schützenfest lassen wir uns aber nicht nehmen", sagt Hans-Dieter Möller, Chef der Mülforter Schützen. Die verlegten ihren Gottesdienst gestern Morgen ins Festzelt und Möller zelebrierte den Gebetsgottesdienst selbst.

"Unser Präses Johannes van der Vorst hat versucht, zu vermitteln. Er wurde von Herrn Fluthgraf weggeschickt", erzählt Hans-Dieter Möller. Fluthgraf habe gedroht, wer den Schützen hilft, werde aus den kirchlichen Gremien ausgeschlossen. Der Mülforter Kirchenvorstand ließ sich davon nicht beeindrucken. Einige von ihnen kamen gestern zum Zeltgottesdienst. Johannes van der Vorst, Präses des Bezirksverbandes der Schützen, half Möller bei der Organisation, bereitete Gebete und Fürbitten vor. Nur persönlich konnte er nicht kommen.

"Die Lage ist verfahren, die Fronten sind verhärtet. Auf unserer Mitgliederversammlung werden wir über die Situation beraten", sagt Möller, der nicht nur Schütze, sondern auch zweiter Vorsitzender des Mülforter Kirchenvorstandes ist. "Einige Mülforter fürchten, dass unsere Kirche geschlossen werden soll. Das werden wir uns nicht gefallen lassen", kündigt Möller an.

Bei allem Ärger mit der Geistlichkeit ließen sich die Mülforter ihr Schützenfest nicht vermiesen. Am Freitag trat zum Auftakt der aus "Bauer sucht Frau" bekannte Schäfer Heinrich auf. Zweieinhalb Stunden sorgte er für gute Stimmung. Das Festzelt war dabei sehr gut besucht. Gestern Nachmittag zog die St. Paulus-Bruderschaft mit neun Gastbruderschaften durch ihren Stadtteil. Im Mittelpunkt stand dabei Kaiserin Karin Möller. Das war eine Premiere für die Mülforter Schützen, denn eine Kaiserin hat es bei der St. Paulus-Bruderschaft noch nie gegeben. Größer gefeiert wurde deshalb aber nicht.

Karin Möller war aber nicht die einzige, die sich freuen durfte. Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrten die Schützen nach ihrem improvisierten Gottesdienst Matthias Meuser. Maria Meuser, Dagmar Plum und Rainer Häser erhielten jeweils das Silberne Verdienstkreuz. Heute ermitteln die Mülforter Schützen ihren König für das kommende Jahr. Gleich vier Kandidaten werden beim Vogelschuss antreten. Ab 15 Uhr sind die Mülforter Senioren zum Klompenball eingeladen.

Quelle: RP
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