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Mönchengladbach
Pfingst-Hochamt mit der Krönungsmesse von Mozart

Mönchengladbach. Die Kirchenmusik an der Odenkirchener Pfarre St. Laurentius genießt einen ausgezeichneten Ruf. Der wird seit Jahren durch vorzügliche Aufführungen erarbeitet, im vergangenen Jahr beispielsweise mit Mendelssohns grandiosem Oratorium Paulus. Dass solche Veranstaltungen über die Musik hinaus für die Reputation der Pfarre einen wichtigen Faktor darstellen, ist offensichtlich. Unter diesem Aspekt verdient Beachtung, dass in Odenkirchen die Musikpflege auch innerhalb der Liturgie ihren festen Platz hat und so einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leistet, bei Gottesdiensten die Kirchenbänke zu füllen. Von Gert Holtmeyer

Ein gutes Beispiel hierfür bot das Hochamt am Pfingstsonntag, das mit Mozarts Krönungsmesse (KV 317) einen musikalisch attraktiven Rahmen bekam. Der Kirchenchor St. Laurentius präsentierte sich gemeinsam mit dem Jugendchor der Gemeinde und interessierten Gastsängern als beachtlich guter Klangkörper. Das Orchester war klein, aber fein besetzt mit Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker. Konzertmeisterin Chisato Yamamoto garantierte zusammen mit Dirigentin Stephanie Borkenfeld-Müllers den sicheren Zusammenhalt der Ensembles.

Sicher und zuverlässig war auch der Auftritt der vier Gesangssolisten Christine Léa Meier (Sopran), Petra Kremers (Alt), Dennis George (Tenor) und Heinz Coenen (Bass). Die melodisch dankbarste Partie ist wohl die der Sopranistin. Mozart komponierte im Agnus Dei eine wunderbare, einprägsame Melodie, die von Christine Léa Meier sensibel gestaltet wurde. Ihre Fähigkeit zum Aufbau von Melodiebögen durfte die Sopranistin noch mit einer weiteren Arie unter Beweis stellen, dem Ave Maria von Giulio Caccini.

Stephanie Borkenfeld-Müllers bewährte sich wie gewohnt als musikalische Gesamtleiterin. Nebenbei bewältigte sie auch nicht unerhebliche konditionelle Anforderungen. Weil sie als Organistin lieber die große Rensch-Orgel als die kleine Chor-Orgel am Altar einsetzte, hatte sie mehrfach lange Fußwege zurückzulegen. Die allerdings haben sich gelohnt, denn auch die solistischen Orgelbeiträge und die Begleitung der Kirchenlieder konnten so mit eindrucksvollem Klang und abwechslungsreicher Registrierung vorgetragen werden.

Auf die nächsten Chorprojekte darf man gespannt sein. Am 28. August gelangt Händels Messias in der Bearbeitung von Mozart zur Aufführung, für 2017 ist Bachs h-moll-Messe geplant.

Quelle: RP
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