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Mönchengladbach
Post belebt die Oberstadt - ein bisschen

Mönchengladbach: Post belebt die Oberstadt - ein bisschen
Die Postbank hat das ehemalige Ladenlokal von New Yorker an der oberen Hindenburgstraße bezogen. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Aus zwei mach eins: Die beiden Postbankfilialen am Bismarckplatz und an der Lürriper Straße wurden geschlossen, seit September gibt es dafür das neue Vertriebscenter an der oberen Hindenburgstraße. Die Resonanz darauf ist geteilt. Von Simone Krakau

Für einen Schaufensterbummel eignet sich die obere Hindenburgstraße schon länger nur noch bedingt - denn die Schaufenster bieten den Spaziergängern nicht mehr allzu viel zum Betrachten. Leerstand ist allgegenwärtig. Allerdings gibt es seit einigen Wochen auch eine gegenläufige Entwicklung: Wie berichtet, ist die Postbank an die obere Hindenburgstraße gezogen.

FOTO: Krakau Simone

Genauer gesagt dorthin, wo bis Oktober 2015 die Modekette New Yorker ansässig war, ehe sie ins Minto ging. Die Postbank-Filialen am Bismarckplatz und an der Lürriper Straße wurden dafür zusammengelegt und an dem größeren, zentraleren Standort gebündelt. Seit September ist das Vertriebscenter als Standort für Geschäfts- und Firmenkunden, mit integrierter Filiale im Erdgeschoss, in den Räumlichkeiten nun aktiv. In der Filiale werden den Kunden zwei Geldautomaten geboten, zwei Service-Terminals mit SB-Geräten sowie eine Packstation.

Doch wie wird dieser neue Standort angenommen? Bereits vor Eröffnung der neuen Filiale hatte es Kritik gegeben. Auch unsere Leserschaft beschwerte sich besonders über mangelnde Parkmöglichkeiten. Vor dem Gebäude selbst ist das Parken nämlich nicht möglich - lediglich die umliegenden Parkhäuser stehen zur Option. Und wie sollen ältere Menschen den Berg hoch zur Post erklimmen? Das Citymanagement hingegen begrüßte den Umzug der Postbank und sah die Ansiedlung als Chance zur Belebung für den oberen Teil der Straße.

FOTO: Krakau Simone

Ortstermin. Am Samstagmorgen ist die Postbankfiliale recht gut besucht. Die einen kommen vorbei, um ihre Kontoauszüge und Bargeld zu holen, die anderen möchten ein Paket oder einen Brief verschicken. So auch Andrea Amberg. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagen zu Fuß unterwegs und durchaus ein wenig aus der Puste.

Zuvor habe sie sowohl die Filiale am Bismarckplatz als auch die an der Lürriper Straße regelmäßig genutzt, sagt sie."Da konnte ich auch schon mal mit dem Auto hinfahren. Parkmöglichkeiten haben sich dort besser geboten als hier." Dennoch glaube sie daran, dass der neue Standort durchaus zur Belebung der Oberstadt beitragen könne. "Auch ich verbinde meinen Gang zur Post jetzt mit Einkäufen. Vielleicht machen das noch weitere Leute."

FOTO: Krakau Simone

Und genau so ist es: Kathrin Krüger muss eigentlich nur einen Brief verschicken und möchte gleich im Anschluss ihre Einkäufe auf dem Wochenmarkt tätigen. "Auch wenn ich es ein wenig unpraktisch finde, mit dem Auto hierhinzukommen, ist es jetzt nun mal so."

Andere kommen aber auch einfach nur vorbei, um das Highlight der neuen Räumlichkeiten zu sehen: die Borussia-Fanecke. Für die Gruppe von Männern, die auf dem Weg zum Heimspiel der Fohlenelf noch einen kleinen Abstecher machen möchte, waren Briefmarken und Pakete in diesem Moment eher nebensächlich. Der Wartebereich ist nämlich so gestaltet wie die Trainerbank im Borussiapark.

"Hier kann sich jeder ein wenig fühlen wie Dieter Hecking", sagt Michael Tillmann, Filialgebietsleiter der Postbank, einem wichtigen Sponsor der Borussia. "Wir sind hier am Heimatstandort der Fohlenelf - und das sieht man bei uns in der Filiale auch." Ohnehin werde die Filiale sehr gut angenommen, sagt Tillmann. "Vor allem das offene, einladende und barrierefreie Interieur gefällt den Kunden. Privat- und Geschäftskunden loben, dass hier im Vertriebscenter alles aus einer Hand kommt - die Baufinanzierung genauso wie die Anlageberatung."

Und so öffnet und schließt sich die Türe der Filiale an diesem Samstagvormittag noch zahlreiche Male. Nicht alle scheinen den neuen Standort als Hürde anzusehen. Auch viele zufriedene Gesichter verlassen das Vertriebscenter. Pakete und Briefe müssen wir schließlich trotzdem verschicken, und der Postbankkunde muss seine Finanzen eventuell vor Ort regeln - egal, ob die Parksituation nun ausbaufähig ist oder nicht.

Ob die Oberstadt durch die Ansiedlung der Postbank allerdings wirklich bereits belebt wird, oder ob es nicht doch weiterer Anstrengungen bedarf, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten herausstellen. Zumindest ein Anfang könnte aber gemacht sein.

Quelle: RP
 
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