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Mönchengladbach
Schlange stehen für Schwester Brigittes Eis

Mönchengladbach: Schlange stehen für Schwester Brigittes Eis
Die Königin der Eismaschine, Schwester Brigitte, zapfte ein köstliches Eis nach dem anderen. Geduldig standen die Schüler der Gesamtschule in der Schlange, um die kühle Erfrischung in Empfang zu nehmen. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. 4690,98 Euro haben die Schüler der Gesamtschule Hardt für das Josefshaus erwandert. Zur Belohnung wurden sie gestern im Haus der Vinzentinerinnen empfangen und mit süßen und kühlen Köstlichkeiten verwöhnt. Von Inge Schnettler

Lukas ist behindert. Er ist Autist, wohnt im Josefshaus mitten in Hardt und arbeitet in einer Werkstatt der evangelischen Stiftung Hephata. Über das Leben mit ihrem Sohn, seine Fröhlichkeit und Dankbarkeit, aber auch über die Anstrengungen, die die Familie unternahm, über Lukas' Freundin, die wegen ihres Wasserkopfes erst mit neun Jahren laufen lernte, berichtete gestern Beatrix Kellerwessel-Koch. Sie ist die Vorsitzende des Fördervereins für das Josefshaus. Als sie die berührende Geschichte von Lukas erzählte, hingen die Klassensprecher, Stellvertreter und der Schülersprecher der Gesamtschule Hardt an ihren Lippen. Sie berichtete, wie gehemmt und verunsichert sie war, als sie als Grundschülerin mit ihrer Klasse einen Besuch in einer Hephata-Werkstatt machte. "Und dann kam auf einmal ein großer behinderter Junge auf mich zu und schenkte mir einen Holz-Löwen", erzählte sie. Der "liebe Riese" hatte ihr das schönste Präsent ihres Lebens gemacht.

Die 80 Schüler waren mucksmäuschenstill, als sie der Mutter dreier Söhne lauschten. Die beiden jüngeren Geschwister von Lukas besuchen, beziehungsweise besuchten auch die Hardter Gesamtschule. So war der Kontakt natürlich gegeben. Und die Idee, einen großen Teil des erwanderten Spendengeldes dem Haus der Vinzentinerinnen zu schenken, war nur der nächste Schritt. 4690,98 Euro werden jetzt in ein Bodentrampolin investiert, das im Außengelände des neuen Wohnhauses am Tomper Weg, in dem 22 behinderte Menschen leben, eingelassen wird. "Da das Trampolin in der Erde versenkt ist, kann es auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden", sagte Schwester Stefanie. Die Oberin des Josefshauses freute sich sichtlich über das Engagement der Gesamtschüler. "Danke, dass ihr an uns gedacht habt."

Gern berichtete sie über die geistliche Gemeinschaft der Vinzentinierinnen, über ihre Aufgaben, die sie selbstlos immer schon und bis heute auf sich nehmen. "Die Vinzentinerinnen haben nie hinter Mauern abgeschottet in Klosterzellen gelebt, sondern in Mietwohnungen", berichtete sie. Ihr Arbeitsplatz sei in immer bei den Ärmsten der Armen gewesen, wer Hilfe nötig habe, könne auf die Vinzentinerinnen vertrauen.

Und dann wurde den Schülern auf köstlichste Weise für ihren Einsatz gedankt. Neben Getränken und "Süßen Grüßen" in Form selbst gebackener Kekse gab es Eis von der "Königin der Eismaschine", Schwester Brigitte. Geduldig standen sie an und freuten sich über die kühle Erfrischung.

Quelle: RP
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