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Mönchengladbach
Stadtsparkasse: Gebühren bleiben stabil

Mönchengladbach: Stadtsparkasse: Gebühren bleiben stabil
FOTO: Stadtsparkasse Mönchengladbach
Mönchengladbach. Trotz Niedrigzinsphase legt der Vorstand des Geldinstituts für 2016 eine positive Bilanz vor: Der Aufschwung in Gladbach sei spürbar. Es werde weiter an die Stadt ausgeschüttet und am Service nicht gespart. Von Denisa Richters

Während andere Sparkassen Gebühren fürs Geldabheben einführen und auch sonst an der Gebührenschraube drehen, um neue Einnahmen zu generieren, kommt das für den Vorstandschef der Mönchengladbacher Stadtsparkasse nicht in Frage: "Wir planen es nicht und finden es auch nicht gut", sagt Hartmut Wnuck. Der Wettbewerbsvorteil der Sparkassen sei seit Jahrzehnten ein bundesweit dichtes, für die Kunden gebührenfreies Netz an Geldautomaten. Diesen werde man nicht verspielen. Kunden können somit weiter nicht nur in Gladbach kostenfrei an Sparkassenautomaten abheben, sondern bundesweit.

Auch sonst will man nicht am Kundenservice sparen, ihn im Gegenteil sogar ausbauen, wie Wnuck betont. Zwar wurden jetzt die acht kleinsten der stadtweit 38 Filialen mit größeren Standorten in der Nähe zusammengelegt. Dies ist aber nicht mit einer Personalreduzierung verbunden, sondern mit zusätzlichen Dienstleistungen in den größeren Filialen. Dazu gehören Beratungstermine außerhalb üblicher Öffnungszeiten. "Wir bleiben in der Fläche vertreten, weil die Kunden es verlangen", sagt Wnuck. Aber auch das Angebot im Internet und am Telefon wird ausgebaut und verbessert: Am 9. Mai wird das neu gestaltete Online-Angebot an den Start gehen, zehn Tage später das neue Kunden-Service-Center, in dem bis 20 Uhr Telefon- und E-Mail-Anfragen entgegengenommen und Services angeboten werden.

Trotz schwieriger Lage - mit der "Nullzinspolitik" der Europäischen Zentralbank - kann die Sparkasse für das vergangene Jahr eine gute Bilanz vorlegen: Das Geschäftsvolumen wurde um 45 Millionen auf 4,9 Milliarden Euro erhöht, das Kreditvolumen stieg um 85 Millionen auf drei Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss blieb mit 100 Millionen Euro fast konstant, der Provisionsüberschuss stieg leicht. Die Anforderungen der Bankenregulierung sind mit einer Kernkapitalquote von rund 20 Prozent erfüllt. Der Jahresüberschuss liegt bei 16 Millionen Euro, davon wird die Sparkasse wieder in die städtische Kasse ausschütten - und zwar sechs Millionen Euro.

Während also in Düsseldorf jahrelang schlagzeilenträchtig um die Ausschüttung an die Stadt gestritten wurde, steht Wnuck einer der Sparkassen "mit der höchsten Ausschüttungsquote" in Deutschland vor. Wie ist das möglich? "Unser Haus profitiert von der Aufbruchstimmung in der Stadt." Spürbar wird dies vor allem im Immobilienbereich: 2016 wurden für Wohnungsbau 245 Millionen Euro als Neukredite aufgenommen - 30 Millionen mehr als 2015. Auch bei den Krediten für Unternehmen fließt das meiste in Bauvorhaben. Bei der Vermittlung von Wohnimmobilien bleibt die Stadtsparkasse den Angaben zufolge Marktführer: 133 Objekte im Wert von rund 25,5 Millionen Euro wurden 2016 vermittelt. "Die Nachfrage ist weitaus höher", sagt Vorstandsmitglied Antonius Bergmann. Er sieht noch viel Potenzial für neue Baugebiete, die Stadt müsse entsprechende Grundstücke zügig ausweisen. Im Bauspargeschäft konnten die vermittelten Bausparsummen im Vergleich zu 2015 um etwa 53 Prozent gesteigert werden.

Zuwächse kann man weiterhin bei den Kundeneinlagen verzeichnen - um 2,8 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Dies vor allem bei kurzfristigen Anlageformen. Nach wie vor beliebt sind bei Kunden die Ratensparverträge, der Bestand zum Jahresende lag bei 51.000 Verträgen (371 Millionen Euro). Marktführer ist man in der Stadt auch bei Girokonten - die Zahl liegt bei rund 145.000, konnte um 2700 erhöht werden. Online-Banking, Sparkassen-App und digitales Bezahlverfahren - auch das Internet-Angebot wird für die Kunden immer wichtiger. Stark nachgefragt wird auch die Beratung zu Wertpapieren.

Quelle: RP
 
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